Afrikanische Schweinepest in Deutschland angekommen

Aktuell keine direkte Auswirkungen auf Landwirte und Jäger im Landkreis

Ein totes Wildschwein, das etwa acht Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt gefunden wurde, wurde positiv auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) getestet. Der Fundort liegt in der Gemeinde Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße, Land Brandenburg.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Tierseuche, die ausschließlich bei Haus- und Wildschweinen auftritt. Für den Menschen sowie andere Tierarten ist das ASP-Virus ungefährlich. Schweinehaltende Betriebe sind aufgerufen, die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Für Fragen zum aktuellen Geschehen und dessen Auswirkungen wurde am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eine ASP-Hotline eingerichtet: Tel. 09131 6808 5700.

Gemäß der Schweinepest-Verordnung des Bundes legt die zuständige Behörde in Brandenburg rund um den Fundort ein gefährdetes Gebiet fest. Bayern ist von diesem Gebiet nicht betroffen und unterliegt daher keinen direkten tierseuchenrechtlichen Restriktionen. Mit dem ersten Nachweis der ASP in Deutschland, hat Deutschland allerdings den Status als „seuchenfrei“ verloren.

Direkte Auswirkungen auf Landwirte und Jäger hat dieser positive Befund zur Zeit nicht. „Im Landratsamt Aichach-Friedberg sind wir seit Längerem darauf vorbereitet, im Landkreis die notwendigen Maßnahmen zu treffen“, sagt Landrat Dr. Klaus Metzger. So wurden die zur Bekämpfung der ASP nötigen Gerätschaften und Materialien beschafft und Mitarbeiter des Landratsamtes geschult, die als Bergetrupps zur Entsorgung von Wildschweinekadavern in der Natur eingesetzt werden können. „Derzeit gibt es jedoch noch keinen Handlungsbedarf, lediglich einen stetigen Austausch – sowohl hausintern, als auch mit der Regierung von Schwaben“, so der Landrat.

In Brandenburg werden derzeit die Restriktionsgebiete gemäß Schweinepest-Verordnung festgelegt. Danach werden die schweinehaltenden Betriebe und mögliche Verbringungen von Schweinen nach Bayern ermittelt. Sollten Schweine aus einem seuchenverdächtigen Betrieb in einen Betrieb im Landkreis verbracht worden sein, werden in diesem Betrieb Ermittlungen zur Feststellung der ASP durchgeführt.

Alle tot aufgefundenen und verunfallten Wildschweine werden durch Mitarbeiter des Veterinäramtes Aichach-Friedberg beprobt und am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Oberschleißheim auf ASP untersucht. In Falle eines positiven Befundes greifen die vorgeschriebenen Maßnahmen der Schweinepest-Verordnung sowie des „Rahmenplans Afrikanische Schweinepest“.