Alte Mühle Unterschneitbach – Ein Drama in vier Akten

"Altbayern in Schwaben" heißt die Jahrbuchreihe des Landkreises, in der sich ehrenamtliche Autoren mit heimatgeschichtlichen Themen aus dem Wittelsbacher Land befassen. Während der Sommerferien stellen wir hier die zehn Artikel aus dem Band 2016 in Kurzbeiträgen vor.

Veröffentlicht am 31.08.2017
Alte Mühle Unterschneitbach – Ein Drama in vier Akten
Bild: Peter Seiler – Die alte Mühle in der Endphase der Renovierung im Juli 2016.

In dem Aufsatz wird die bewegte Geschichte der Unterschneitbacher Mühle erzählt, deren glücklicher Ausgang vor noch nicht allzu langer Zeit in Frage stand: Ein Drama in vier Akten.

1890 erwarb Franz Beck auch die Alte Mühle mit dem Mühlrecht in Unterschneitbach. Bereits 1892 errichtete er gegenüber der Alten Mühle einen modernen Mühlenbau, die Neue Beckmühle. Der viergeschossige Blankziegelbau gilt heute als ein Industriedenkmal des 19. Jahrhunderts. Die Neue Mühle war bis in die 1920er Jahre in Betrieb, wurde dann stillgelegt und diente bis in die 1970er Jahre als Getreidelager. Sie ist inzwischen als Wohnbau saniert. Die Alte Mühle diente nach dem Bau der Neuen Mühle nur noch zu Wohnzwecken.

Nach insgesamt 21 Jahren Leerstand mussten 2012 wiederum fast 40 Kubikmeter Müll entsorgt werden. Abfall, der teilweise noch auf die Zeit des Müllprofessors zurückging, sich aber auch im Laufe der Jahre des Leerstands auf dem Grundstück und im Gebäude angesammelt hatte. Nachdem Probebohrungen ergeben hatten, dass das Grundwasser nicht belastet war, und das Wasserwirtschaftsamt die Mühle aus dem Altlasten-Kataster gestrichen hatte, entschloss sich Helmut Well, das Mühlengebäude zu erwerben und es mit beratender Unterstützung des Landratsamtes und der Stadt Aichach zu sanieren.

Die Unterschneitbacher Mühle gilt als die älteste noch erhaltene Mühle des Landkreises. Die Weidachmühle bei Obergriesbach, ein ähnlich stattlicher Mühlenbau an der Paar gelegen, wurde 1991 abgebrochen. Die herausragende Bedeutung der Alten Mühle wird wahrscheinlich nach den Ergebnissen der entstehungszeitlichen farblichen Befunde nochmals unterstützt. Ein derart reich geschmücktes Gebäude zeugt von einer bedeutenden Stellung in der Ortsgeschichte von Unterschneitbach.


Der komplette Beitrag von Susanne Kühnlein-Vollmar ist erschienen im Band 2016 der Reihe „Altbayern in Schwaben“. Dieser ist im örtlichen Buchhandel oder im Landratsamt Aichach-Friedberg erhältlich. Dort gibt es auch Restbestände der vorhergehenden Jahrgänge.