Bekanntmachung zweier Allgemeinverfügungen im Bereich des Jagdrechts

Mit Inkrafttreten des Dritten Waffenrechtsänderungsgesetzes ist das waffenrechtliche Verbot von Nachtsichtvor- und Nachtsichtaufsatzgeräten für jagdliche Zwecke entfallen. Neu ist auch, dass Jäger diese Technik auf Schießständen einschießen und damit üben können.

Mit Auftreten der Afrikanischen Schweinepest bei einem tot aufgefundenen Wildschwein in Brandenburg gilt Deutschland nicht mehr als ASP-frei. Bekanntlich ist die Schwarzwilddichte eine der maßgeblichen Größen bei einem ausgebrochenen Seuchengeschehen der ASP. Insoweit ist die deutliche Reduktion der Schwarzwildpopulation zur Seuchenprävention derzeit zwingend notwendig, insbesondere im Hinblick auf die Landwirtschaft und den Bereich der schweinehaltenden Betriebe.

Mit Inkrafttreten des Dritten Waffenrechtsänderungsgesetzes ist das waffenrechtliche Verbot von Nachtsichtvor- und Nachtsichtaufsatzgeräten für jagdliche Zwecke entfallen. Neu ist auch, dass Jäger diese Technik auf Schießständen einschießen und damit üben können.

Das Landratsamt Aichach-Friedberg hat sich daher entschlossen, statt den bisherigen jagdrechtlichen Einzelgenehmigungen ab 24. September 2020 den Einsatz von Nachtsichttechnik zur Schwarzwildbejagung im gesamten Landkreisgebiet mittels Allgemeinverfügung zu gestatten. Dies gilt nicht für Teile von landkreisübergreifenden Revieren, die nicht auf dem Gebiet des Landkreises Aichach-Friedberg liegen. Andere Wildarten als Schwarzwild dürfen nicht unter dem Einsatz von Nachtsichttechnik erlegt werden. Vom Begriff Nachtsichttechnik nach der Allgemeinverfügung sind künstliche Lichtquellen, Vorrichtungen zum Anstrahlen und Beleuchten des Ziels und Nachtzielgeräte, die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen, umfasst. Jagdgäste und Begehungsscheininhaber benötigen zusätzlich noch eine schriftliche Erlaubnis des Revierinhabers, die während der Jagd mitzuführen ist.

Zudem wurde die Nutzung für Schalldämpfer mit für die Jagd zugelassenen Langwaffen für Munition mit Zentralfeuerzündung bei der Jagdausübung in allen Jagdrevieren einschließlich des jagdlichen Übungsschießens mit der dritten Waffenrechtsänderung neu geregelt und für die Jägerschaft erleichtert.

Das Landratsamt Aichach-Friedberg hat hierzu eine Allgemeinverfügung erlassen, wonach ebenfalls ab 24. September 2020 die jagdrechtliche Verwendung von Schalldämpfern mit für die Jagd zugelassenen Jagdlangwaffen für Munition mit Zentralfeuerzündung erlaubt wird. Die Allgemeinverfügung erfasst die Jagdausübung innerhalb aller Jagdreviere im Landkreis Aichach-Friedberg. Ferner wird es den Inhabern von gültigen Jagdscheinen aus dem Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes Aichach-Friedberg in ganz Bayern gestattet, Schalldämpfer mit für die Jagd zugelassenen Langwaffen für Munition mit Zentralfeuerzündung bei der Jagdausübung einschließlich dem jagdlichen Übungsschießen zu verwenden. Die Regelungen finden ausschließlich Anwendung auf für die Jagd zugelassene Langwaffen für Munition mit Zentralfeuerzündung. Damit entfällt das Erfordernis eines Voreintrags in die Waffenbesitzkarte für den Erwerb eines Schalldämpfers.

Das Amtsblatt mit den bekannt gemachten Allgemeinverfügungen kann im Internet unter https://lra-aic-fdb.de/service/amtsblatt eingesehen werden.