Bildungseinrichtung Kindertagesstätte

Erkenntnisse aus der 3. Bildungsbeiratssitzung Wittelsbacher Land

Veröffentlicht am 12.04.2017
Bildungseinrichtung Kindertagesstätte

Aichach. Wie wertvoll qualitativ gute frühkindliche Bildung für den weiteren Bildungsweg von Kindern ist, war Schwerpunktthema der dritten Sitzung des Bildungsbeirats Wittelsbacher Land im Landratsamt. Landrat Dr. Klaus Metzger begrüßte die Vertreter aus Bildung, Wirtschaft, Politik und Verwaltung, die das Thema frühkindliche Bildung fachübergreifend diskutierten.

Auf den frühkindlichen – guten wie schlechten – Erfahrungen von Kindern in den Bil-dungseinrichtungen Krippe und Kindergarten bauten alle weiteren Bildungsprozesse auf, so Bildungswissenschaftlerin Anita Meyer in ihrem Referat. Von Anfang an sei Bildung ein Kinderrecht und sie beginne immer früher. Zahlen dazu hatte das Bildungsbüro im Landratsamt parat: Im Wittelsbacher Land besuchen 19 % der Kinder zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr eine Krippe und machen hier erste wichtige Lernerfahrun-gen, 33 % sind es im bundesdeutschen Vergleich. Zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr besuchen schon 90 % aller Kinder im Landkreis den Kindergarten, bevor es in die Schule geht.

Aber was ist für gute Qualität wichtig? Laut Meyer ist dafür vor allem die Strukturqualität für die frühpädagogischen Fachkräfte wichtig. Ausreichend personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen sollten den Kitas zur Verfügung stehen. Darauf verwies auch die Sprecherin der Kindertagesstätten im Bildungsbeirat, Martina Kastner. Sie betonte die Schwierigkeiten der Kitas ihrem Bildungsauftrag und dem stetig wachsenden Verwaltungsaufwand mit der derzeitigen Personalausstattung gerecht zu werden.
 
Um eine Brücke zur Praxis zu bauen, hatte das Bildungsbüro auch die Leiterinnen der Kindertagesstätten im Wittelsbacher Land eingeladen. Neben dem Fachvortrag erhielten sie und die Beiratsmitglieder im sogenannten „Fortschrittsbericht“ einen Einblick in die Schul- und Jugendamtspraxis. Schulrätin Carola Zankl verwies auf die guten Kooperationen zwischen Grundschulen und Kitas. Sie stellte ein bereits umgesetztes Konzept für den Übergang von Kita zur Schule vor. Dr. Josef Maisch vom Gymnasium Mering berichtete von seinem Pilotprojekt mit Schülern der 7. und 8. Klassen und deren Eltern – einem Berufsorientierungs-Schnuppertag in Landwirtschaft, Handwerk, Industrie und Verwaltung. Jugendamtsleiter Bernd Rickmann informierte über den Planungsstand für Familienstützpunkte im Landkreis.

Was aus den Impulsen der Bildungsbeiratssitzungen an kooperativer Zusammenarbeit entstehen kann, verdeutlichten die Mitarbeiter des Bildungsbüros Götz Gölitz, Goran Ekmescic und Eva-Maria Teebken. Im Bereich der Neuzugewanderten konnten von Elternin-formationsvormittagen bis zum „Faktencheck Flucht und Asyl im Wittelsbacher Land“ alle Impulse aus der zweiten Sitzung des Bildungsbeirats vom November letzten Jahres realisiert werden.

Ein konkreter Anstoß der aktuellen Sitzung war es, den begonnenen Qualitätsdialog im Bereich der frühkindlichen Bildung in den Kindertagesstätten in Kooperation mit dem Jugendamt, den Trägern und der Politik fortzusetzen.