Blauzungenkrankheit: Änderung beim Verbringen ungeimpfter Tiere

Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Veröffentlicht am 15.04.2019
Blauzungenkrankheit: Änderung beim Verbringen ungeimpfter Tiere

Mit dem Ausbruch der Blauzungenerkrankung im Rems-Murr Kreis ist der Landkreis Aichach-Friedberg am 26. Februar zum Sperrgebiet erklärt worden. Ein wirksamer Schutz gegen die Übertragung des Erregers auf Wiederkäuer wäre eine Schutzimpfung. Bisher konnten nur wenige empfängliche Tiere (Rinder, Schafe, Ziegen) gegen den Erreger geimpft werden, da der Impfstoff bislang nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Ungeimpfte Zucht- oder Nutztiere können Landwirte, Viehhandelsunternehmen und Zuchtverbände noch bis zum 30.06.2019 aus dem Sperrgebiet innerhalb Deutschlands verbringen, wenn für diese empfänglichen Tiere zwei Vorgaben erfüllt sind: Vorgewiesen werden muss eine negative virologische Blutuntersuchung (PCR) innerhalb von sieben Tagen vor dem Verbringen und die lückenlose Behandlung mit einem gegen die Überträgerinsekten wirkenden Medikament („Repellent“) vom Zeitpunkt der Probenahme bis zur Verbringung.

Die PCR-Untersuchung ist bisher ausschließlich im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vorgenommen worden. Um den Landwirten die Möglichkeit zu geben, den für sie wirtschaftlichsten Anbieter zu nutzen, wird durch die Änderung der Allgemeinverfügung ab dem 15. April 2019 für alle Rinderhalter die Möglichkeit geschaffen, diese virologische Untersuchung auch in anderen akkreditierten Laboren vornehmen zu lassen.

Da freie, private Labore die Untersuchungsergebnisse nicht in der Rinderdatenbank eintragen, müssen ab sofort untersuchte Tiere bei der Verbringung von einer Tierhaltererklärung begleitet sein, die die entsprechende Gesundheitsgarantien für den Käufer oder die Vermarktungsorganisation zusammenfasst. Diese Tierhaltererklärung „Rinder aus BTV-Sperrgebieten in freie Gebiete“ ist ebenso wie die Änderungen der Allgemeinverfügung auf der Internetseite des Landratsamtes Aichach-Friedberg zu finden, im Bereich „Veterinärwesen“.