Die Vorsorgevollmacht - vorsorgen für Unfall, Krankheit, Alter

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Beglaubigungstermine leider ausgesetzt werden. Da sich die Situation derzeit entspannt, bieten die Betreunngsstelle jetzt wieder Termine zur Unterschriftsbeglaubigung an.

Fast täglich berichtet die Tagespresse von schweren Unfällen mit zum Teil lebensgefährlich verletzten Menschen. Unfälle, schwere Erkrankung oder gesundheitliche Einschränkungen - niemand ist davor gefeit. Davon betroffen sein kann jeder – ob jung oder alt.

Sind minderjährige Kinder davon betroffen, müssen sorgeberechtigte Eltern zu medizinischen Therapien gefragt und deren Einwilligung eingeholt werden und auch sonst alles regeln, was ansteht.

Wie aber ist es mit volljährigen Personen in derartigen Situationen? Wer entscheidet, wenn man es nicht mehr selbst kann? Wer bespricht sich mit den Ärzten, Versicherungen, Behörden? Wer beantragt Reha-Maßnahmen, beauftragt Pflegedienste oder kümmert sich um die Post, um die Finanzen, um Essen auf Rädern,…? Viele Menschen glauben, dass dann beispielsweise Ehepartner, Eltern oder nahestehende Angehörige ohne weiteres entscheiden dürfen.

Dies ist jedoch nicht richtig, denn es gibt kein automatisches Vertretungsrecht unter Angehörigen. Volljährige Personen können nur sich selbst oder ihre minderjährigen Kinder vertreten.

In geistig gesunden Tagen kann man allerdings für solch einen Fall selbst Vorkehrungen treffen, indem man einer Person des absoluten Vertrauens eine sogenannte Vorsorgevollmacht erteilt. Leider wird es häufig versäumt, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Oftmals wird angenommen, dass durch ein Testament alles Notwendige bereits geregelt sei – was so nicht stimmt, denn geregelt wird damit die Erbfolge im Falle des Versterbens. Eine Vollmacht jedoch bestimmt einen gesetzlichen Vertreter, der dann tätig werden soll, wenn man zu Lebenszeiten selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.

Wer eine Vorsorgevollmacht erteilen möchte, findet dazu viele Informationen und Vordrucke im Internet. Sehr häufig verwendet werden die Vordrucke aus der Broschüre des Bayer. Staatsministeriums der Justiz „Vorsorge für Unfall, Krankheit Alter“, welche in der aktuellen, 19. Auflage, im Buchhandel für 5,90 € erhältlich ist. Die Broschüre sowie die Vordrucke stehen auch unter www.bestellen.bayern.de (Stichwortsuche: Vorsorge für Unfall Krankheit) zum kostenlosen Download als pdf-Dokument und Ausdruck für den privaten Gebrauch bereit. Auch die Broschüre „Betreuungsrecht“ mit ausführlichen Informationen zur Vorsorgevollmacht, herausgegeben vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, kann unter www.bmjv.de (> Publikationen > Stichwortsuche: Betreuungsrecht) kostenlos angefordert werden oder steht als Download zur Verfügung.

Eine Vorsorgevollmacht gilt, sobald diese vollständig ausgefüllt ist und mit Datum und Unterschrift versehen ist. Die bevollmächtigte Person muss Kenntnis davon haben. Noch mehr Akzeptanz erreicht eine Vorsorgevollmacht, wenn diese öffentlich beglaubigt ist – für gewisse Rechtsgeschäfte ist dies sogar zwingend notwendig, um als Bevollmächtigter damit handeln zu können. Nur Notare oder Betreuungsstellen können eine solche öffentliche Beglaubigung einer Vorsorgevollmacht durchführen. Mit dieser werden Identität und Echtheit der Unterschrift des Vollmachtgebers anhand des vorzulegenden Ausweises festgestellt. Für jede Beglaubigung durch die Betreuungsstellen wird eine Gebühr von 10 € erhoben. Für manche Rechtshandlungen kann in dem einen oder anderen Fall auch eine notarielle Beurkundung empfehlenswert sein.

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Beglaubigungstermine leider ausgesetzt werden. Da sich die Situation derzeit entspannt, bieten wir Ihnen jetzt wieder Termine zur Unterschriftsbeglaubigung an. Sollten Sie daran interessiert sein, wenden Sie sich bitte an die Urkundspersonen der Betreuungsstelle Frau Förch, Frau Manlik-Thierauf oder Frau Schneider unter Telefon 08251/92-266, -286, -256 und vereinbaren Sie hierzu einen Termin. Neben der Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln (Abstand, Hygiene, FFP-2-Masken) ist eine Begrenzung der Teilnehmer erforderlich.

Bei allgemeinen Fragen rund um das Thema Vorsorgevollmacht können Sie sich mit Terminvereinbarung an die Betreuungsstelle des Landratsamtes Aichach-Friedberg wenden oder auch an die Betreuungsvereine des Bayer. Roten Kreuzes sowie des Caritasverbandes des Landkreises Aichach-Friedberg.