Digitalisierung an Schulen

Aus dem „DigitalPakt Schule“ wurde über eine Zusatzvereinbarung zwischen Bund und Ländern das „Sonderbudget Leihgeräte“ herausgelöst

Der Landkreis Aichach-Friedberg hat für seine Schulen in den Jahren 2015 bis 2018 im Mittel ca. 400.000 Euro pro Jahr für den Bereich „Digitales“ ausgegeben. Hierzu zählen Erweiterung und Erneuerung der Ausstattung, Wartung und Kosten für Softwarelizenzen.

In 2019 ist der Betrag auf 561.000 Euro gestiegen. Davon sind 289.000 Euro im Rahmen des Förderprogramms „Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer“ ausgegeben worden. Das Programm beinhaltet digitale Geräte für den pädagogischen Einsatz in allen Unterrichtsräumen, wie z.B. Beamer, PCs, Laptops, Dokumentenkameras. Das Digitalbudget ist mit insgesamt 786.000 Euro beim Landkreis veranschlagt. Die restlichen 497.000 Euro sind in diesem Jahr eingeplant. Die Förderung durch den Freistaat beträgt 90%, so dass vom Landkreis etwa 78.000 Euro selbst getragen werden müssen.

Der zunächst jedoch wichtigste Schritt ist nahezu abgeschlossen: Die Anbindung der Schulen an ein leistungsfähiges Glasfasernetz. Für die Schulen in Friedberg hat die LEW Telnet GmbH den Auftrag erhalten. Die restlichen Schulen im Landkreis werden über die Deutsche Telekom AG angeschlossen. Der Landkreis hat hier 547.000 Euro investiert und erhält Fördermittel in Höhe von ca. 437.000 Euro.

Über den „DigitalPakt Schule“ werden vom Bund den Ländern und Gemeinden Mittel für Investitionen in eine zukunftstaugliche digitale Bildungsinfrastruktur zur Verfügung gestellt. Der Landkreis Aichach-Friedberg hat hier für seine Schulen in diesem Bereich 3.172.000 Euro in den Jahren 2020 bis 2022 eingeplant und erhält dafür Fördergelder in Höhe von 2.855.000 Euro. Die Maßnahmen umfassen hier Netzwerkverkabelungen, Switche und WLAN-Accesspoints inkl. Planung und Ausleuchtung, so dass flächendeckend Netzwerk- und Internetzugriff in den Schulen möglich ist. Des Weiteren werden Anzeige- und Interaktionsgeräte (zum Beispiel interaktive Tafeln, Displays nebst zugehöriger Steuerungsgeräte) zum Betrieb in der Schule, als auch digitale Arbeitsgeräte gefördert. In einem ersten Schritt sind nun die Planungsleistungen und die WLAN-Ausleuchtung der Schulgebäude vergeben worden. In sechs von 12 Schulen des Landkreises wird die Netzwerkverkabelung komplett erneuert und erweitert. In den anderen fünf Schulen ist die Netzwerkinfrastruktur auf aktuellem Stand (RS Affing, GyM) oder muss nur erweitert werden (DHG, RS MER, RS AIC). In der alten Vinzenz-Pallotti-Schule werden aufgrund des gerade laufenden Ersatz-Neubaus keine Investitionen getätigt.

Aus dem „DigitalPakt Schule“ wurde über eine Zusatzvereinbarung zwischen Bund und Ländern das „Sonderbudget Leihgeräte“ herausgelöst, das ermöglichen soll, mobile Endgeräte zu beschaffen, die dem Verleih dienen – gerade für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler ohne Zugang zu einem geeigneten Gerät – und die Teilnahme am häuslichen digitalen Unterricht ermöglichen sollen. Der Landkreis Aichach-Friedberg erhält hier 288.000 Euro zu 100% gefördert. In Abstimmung mit den Schulen wurden die benötigten Mengen und Gerätetypen vom iPad bis zum Laptop festgelegt (soweit dies vergaberechtlich möglich war). Die europaweiten Ausschreibungen zur Beschaffung laufen gerade, so dass eine Lieferung zum kommenden Schuljahresbeginn möglich ist. Landrat Dr. Klaus Metzger findet, dies sei eine „äußerst gute und wichtige Maßnahme“. „So wirkt man der Benachteiligung sozial schwacher Familien entgegen und macht allen Kindern Bildung zu Hause zugänglich.“

In den Jahren 2019 bis 2022 gibt der Landkreis Aichach-Friedberg für seine Schulen im Rahmen der o.g. Förderprogramme insgesamt 4.793.00 Euro aus und erhält dafür Förderungen in Höhe von voraussichtlich 4.288.000 Euro. Hierin sind allerdings keine Kosten für den Betrieb, die Wartung und Ersatzbeschaffung beinhaltet. Bei der Wartung und Pflege der digitalen Infrastrukturen verdoppelt der Freistaat in der Zeitspanne bis Jahresende 2024 die Bundesmittel von 77,8 Mio. Euro, sodass den Sachaufwandsträgern bis zum Jahr 2024 insgesamt 155,6 Mio. Euro, d.h. jährlich knapp 39 Mio. Euro zur Verfügung stehen.

Die Erwartung der Schulen und Lernenden ist hoch: Ein perfomantes Netzwerk mit Internetanbindung, das flächendeckend für unterschiedlichste mobile und feste Endgeräte zur Verfügung steht. Bei teilweise über 800 Schülern (und damit mindestens die gleiche Anzahl an mobilen Endgeräten) pro Schule eine nicht unerhebliche Herausforderung. „Wir sind zuversichtlich und äußerst dankbar

 

Hinweis: Alle Beträge wurden zur besseren Lesbarkeit auf volle 1.000 Euro gerundet.