Ehrenringe in Gold und weitere Ehrungen

Bei der Weihnachtssitzung des Kreistags ehrte Landrat Dr. Klaus Metzger eine Reihe verdienter Persönlichkeiten aus dem Landkreis Aichach-Friedberg. Außergewöhnlich dabei war die Aushändigung zweier Ehrenringe des Landkreises in Gold an zwei Urgesteine der Kommunalpolitik und geleichzeitig Säulen der Gesellschaft im Wittelsbacher Land: Rupert Reitberger und Peter Feile.

Landrat Dr. Klaus Metzger (hinten links) mit der Riege der eben ausgezeichneten, höchst verdienten Persönlichkeiten aus dem Wittelsbacher Land (v. l.): Berthold Schmitt, Gerda Patsch-Fesenmayr, Matthias Stegmeir, Peter Feile, Rupert Reitberger, Ingrid Hansen, Fabian Streit, Walburga Walkmann, Sissi Veit-Wiedemann und Elfriede Grabbert (Bild © Landratsamt Aichach-Friedberg, Anton Schieg).

Die Ehrungen im Einzelnen – Teil I, staatliche Ehrungen:

Kommunale Dankurkunde für langjähriges verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung

Ingrid Hansen, Dasing-Taiting
1990 bis 1996 Ortssprecherin von Taiting
(damit verbunden: Sitz im Gemeinderat Dasing)
1996 bis 2014 Mitglied Gemeinderat Dasing
2008 bis 2014 Mitglied Kreistag Aichach-Friedberg

Fabian Streit, Schiltberg-Rapperzell
2000 bis heute Mitglied Gemeinderat Schiltberg
2014 bis heute Dritter Bürgermeister Gemeinde Schiltberg


Kommunale Verdienstmedaille in Bronze für langjähriges verdienstvolles Wirken
in der kommunalen Selbstverwaltung

Sissi Veit-Wiedemann, Pöttmes
[bisherige Ehrung: 2003 Komm. Dankurkunde]
1996 bis heute Mitglied Gemeinderat Pöttmes
2002 bis heute Zweite Bürgermeisterin Gemeinde Pöttmes
1996 bis heute Mitglied Kreistag Aichach-Friedberg
2003 bis 2018 Mitglied Bezirkstag Schwaben

Walburga Walkmann, Friedberg-Bachern
[bisherige Ehrungen:
2009 Komm. Dankurkunde
2016 Verdienstmedaille des Landkreises in Silber
2017 Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten]
1989 bis 1990 Ortssprecherin von Bachern
1990 bis heute Mitglied Stadtrat Friedberg
1990 bis heute Mitglied Kreistag Aichach-Friedberg


Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern

Elfriede Grabbert, Aichach

Sehr geehrte Frau Grabbert, zeit Ihres Lebens engagieren Sie sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich für Ihre Mitmenschen. Seit 2001 gehören Sie dem Heimatverein Aichach an. Zunächst übten Sie das Amt der Zweiten Vorsitzenden aus. Als Dritte Vorsitzende arbeiten Sie seit 2007 maßgeblich an der Umsetzung des Vereinsprogramms mit und tragen zur Steigerung des Heimat- und Geschichtsbewusstseins im Aichacher Land bei.

2004 sind Sie dem Freundeskreis des Aichacher Stadtmuseums beigetreten. Sie übernehmen ganzjährig an vielen Sonntagnachmittagen den ehrenamtlichen Schließ-, Kassen- und Aufsichtsdienst im Museum und ermöglichen so einen reibungslosen Betrieb auf weitgehend ehrenamtlicher Basis.

Von 2001 bis 2015 waren Sie Vorsitzende des Förderkreises der Caritas-Sozialstation Aichach. Die Caritas-Sozialstation betreut hilfs- und pflegebedürftige Menschen unabhängig von Religion, Alter und Nationalität. Der Förderkreis unterstützt die Einrichtung bei der Beschaffung von Inventar, wie z. B. Warmhaltegeschirr für Essen auf Rädern oder Pflegebetten. Darüber hinaus werden regelmäßig Ausflüge für die Mitglieder gefördert und der Neubau des Caritas-Pflegezentrums St. Hildegard in Pöttmes wurde mit einem größeren Zuschuss bedacht.

Als Gründungsmitglied sowie stellvertretende Vorsitzende bringen Sie Ihre Kräfte im Förderverein der Jemenhilfe Aichach ein. Der Verein wurde gegründet, um das durch Spendengelder erbaute Krankenhaus im jemenitischen Al Mihlaf langfristig betreuen und fördern zu können. Es werden regelmäßig Container mit Einrichtungsgegenständen, medizinischen Geräten und anderen Hilfsmitteln in den Jemen geschickt. Außerdem ermöglicht der Verein jungen Menschen die Krankenpflegeausbildung. Waisenkinder werden mit warmen Mahlzeiten versorgt, um so der großen Hungersnot im Kriegsgebiet Einhalt zu gebieten. Seit 2017 sind Sie zudem mitverantwortlich für die Organisation des Vereinsstandes auf dem Aichacher Christkindlmarkt, welcher der Spendensammlung dient.

Zu guter Letzt ist noch Ihr Engagement als stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule Aichach zu erwähnen. Sie akquirieren Spenden und leiten die Mitgliederversammlungen des Vereins.

In Anbetracht Ihres jahrzehntelangen vielseitigen Wirkens wurde Ihnen nun das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für im Ehrenamt tätige Frauen und Männer verliehen.

 

Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Matthias Stegmeir, Friedberg-Rinnenthal
[bisherige Ehrungen:
2002 Kommunale Dankurkunde
2013 Verdienstmedaille des Landkreises in Gold
2014 Kommunale Verdienstmedaille in Bronze]
Lieber Matthias, seit vielen Jahrzehnten bist Du in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens höchst engagiert. Deine Dienste reichen sowohl im beruflichen als auch im ehrenamtlichen Bereich weit über das normale Maß hinaus. Du gehörst seit 1984 dem Kreistag des Landkreises Aichach-Friedberg an. Hier bringst Du Dich mit beständigem Engagement und betriebswirtschaftlichem Sachverstand auf hohem Niveau ein. Über all die Jahre hast du in vielen unterschiedlichen Ausschüssen mitgewirkt, wie dem Umwelt-, Kreis-, Finanz- und Werkausschuss.

Dabei genießt Du die Anerkennung und Wertschätzung aller im Kreistag vertretenen Fraktionen und Gruppierungen. In den Jahren 1990 bis 1996 und später wieder von 2002 bis 2014 hattest Du das Amt des stellvertretenden Landrats inne.
Den Landräten warst Du stets ein loyaler Begleiter, vor allem aber ein Unterstützer. Verantwortungsvoll und zuverlässig hast Du zahlreiche Termine in Vertretung für die jeweiligen Amtsinhaber wahrgenommen. Du hattest stets ein offenes Ohr für die Bedürfnisse und Sorgen der Menschen im Wittelsbacher Land, versuchtest zu vermitteln und Lösungen zu finden.

Das Hauptaugenmerk liegt auf Deiner Arbeit für das Kolpingwerk, einem der großen Sozialwerke der Katholischen Kirche. Der Schwerpunkt der verbandlichen Arbeit ist das Engagement für Familie, Gesellschaft, Arbeitswelt und Kirche. Diese Wirkungsbereiche hast Du mit Deinen menschlichen und persönlichen Kompetenzen immer bestmöglich ausgefüllt. Den Kolping-Diözesanverband Augsburg und das Internationale Kolpingwerk hast Du viele Jahrzehnte begleitet. Unter Deiner Führung entstanden der Diözesanverband sowie das erste Familienferienzentrum in Ungarn. Letzteres wurde 1996 fertiggestellt und bietet eine Reihe pädagogischer Angebote für die Besucher. Fast 20 Jahre hast Du dieses Hotel als Aufsichtsratsvorsitzender gelenkt.

Knapp 35 Jahre lang warst Du Geschäftsführer der Kolping-Stiftung Augsburg, die Jugend- sowie Studentenwohnheime, einen Tagungsbereich sowie ein Restaurant fasst. Den Jugendlichen hast Du dabei nicht nur ein Zimmer geboten, sondern auch auf deren pädagogische und geistliche Begleitung geachtet. Knapp zehn Jahre hattest Du zudem die Geschäftsführung des Kolpingwerkes Augsburg inne. Über 15 Jahre warst Du Geschäftsführer der Priesterseminarstiftung Augsburg. Die langen Zugehörigkeitszeiten Deiner damaligen Mitarbeiter zeugen von Deiner, den Menschen zugewandten, Personalführung.

Trotz wirtschaftlichem Druck war es Dir stets ein wichtiges Anliegen, Arbeitsplätze zu sichern und Bedürfnissen der Mitarbeiter gerecht zu werden. Dein Engagement wurde getragen von Deiner tiefen Verwurzelung im Glauben und in der katholischen Kirche. 2009 hast Du das päpstliche Ehrenkreuz „pro ecclesia et pontifice“ erhalten, als Auszeichnung für Deine jahrzehntelangen besonderen Verdienste um die Anliegen der Katholischen Kirche und des Papstes.

Am Rande möchte ich noch Deine zahlreichen weiteren Ehrenämter erwähnen, sei es in den Aufsichtsräten der Wohnbau GmbH des Landkreises und des AVA-Kommunalunternehmens, in der Verbandsversammlung des Abfallzweckverbandes Augsburg oder im Verwaltungsrat der Messe Augsburg.

Lieber Matthias, mit Deinem nachhaltigen sozialen Wirken sowie Deinem konsequenten Einsatz für den Erhalt tragender Werte hast Du in unserer Gesellschaft zahlreiche positive Akzente gesetzt.

Ich freue mich sehr, Dir heute die Bundesverdienstmedaille, welche Dir unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen hat, überreichen zu dürfen.

 


Teil II, Ehrungen des Landkreises:

Verdienstmedaille des Landkreises in Silber

Gerda Patsch-Fesenmayr, Dasing

Sehr geehrte Frau Patsch-Fesenmayr, bereits im Jahre 1991 waren Sie an der Gründung des Heimatkundlichen Kreises Dasing beteiligt. Später übernahmen Sie das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden und seit dem Jahre 2008 stehen Sie an der Spitze des Vereins. Ob als Mitglied oder in der Vorstandschaft, dem Verein sind Sie seit jeher eine wertvolle Stütze. Über viele Jahre wurde in der Herbstzeit eine Ausstellung veranstaltet, an deren Gestaltung Sie maßgeblich mitgewirkt haben. Themen der Ausstellungen waren unter anderem das „Dasinger Gwand“, die „Dasinger Kreuze“ oder „Ländliche Anwesen im Wandel der Zeit“. Mit Ihren geschichtlichen Forschungen fördern Sie wertvolles Wissen vergangener Zeit zutage.

Seit 2004 bauen Sie, unterstützt von zwei Mitreitern, das Dasinger Gemeindearchiv aus und sichern damit die Bewahrung der Heimatgeschichte auch für kommende Generationen. Immer wieder bekommen Sie von Bürgern Fotoalben, Wachsstöcke und Nachlässe, die geschichtlich eingeordnet und archiviert werden wollen. Es erklärt sich von selbst, dass dies mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden ist. Die Presse hat Sie zu Recht einmal als „das Gedächtnis der Gemeinde“ bezeichnet.

Ein großer Erfolg war im Jahr 2015 die Eröffnung des Heimatkundlichen Museums Dasing. In diesem sind alte landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, bäuerliche Trachten, Einrichtungsgegenstände und vieles mehr aus dem Leben unserer Vorfahren zu sehen. Die Sammlung vermittelt einen authentischen Einblick in die bäuerliche Lebensweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 2017 setzten Sie sich sehr persönlich (über die Briefe des eigenen Vaters von der Front an die Mutter) mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges auseinander und veröffentlichten eine CD, damit die Erinnerungen an dieses schlimme Kapitel der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten.

Als Autorin haben Sie bereits einige heimatkundliche Schriften und Bücher publiziert. Auch die Buchreihe „Altbayern in Schwaben“ des Landkreises Aichach-Friedberg haben Sie jüngst mit einem Artikel bereichert.

Sehr geehrte Frau Patsch-Fesenmayr, Sie sorgen für einen generationenüberdauernden Erhalt des heimatgeschichtlichen Wissens. Für Ihr Engagement bedanke ich mich ganz herzlich und verleihe Ihnen hierfür die Verdienstmedaille des Landkreises in Silber.

 

Verdienstmedaille des Landkreises in Silber

Berthold Schmitt, Obergriesbach

Sehr geehrter Herr Schmitt, das Blasorchester Wittelsbacher Land ist Ihnen eine Herzensangelegenheit. Sie begleiten das Orchester seit der Gründung im Jahre 2009, an der Sie maßgeblich mitgewirkt haben. Die Idee war damals, ein landkreisumspannendes Blasorchester ins Leben zu rufen, in dem vorwiegend junge Musiker aus allen Musikvereinen des Wittelsbacher Landes bei entsprechender musikalischer Begabung und Ausbildung mitwirken können. Heute zählt das Orchester über 70 Mitglieder und hat als Botschafter des Wittelsbacher Landes auch über die Landkreisgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt.

Das Orchester sieht sich auch in besonderem Maße als Basis der musikalischen Jugendförderung des Landkreises. Das vielfältige musikalische Repertoire sorgt für ein breites Interesse sowohl bei Mitwirkenden als auch bei Zuhörenden. Sie fungieren als Orchestermanager und organisieren im Hintergrund jeden Auftritt. Ihnen obliegen die Auswahl der Auftrittsorte und die Kontaktaufnahme zu den Veranstaltern. Außerdem sind Sie für die Buchhaltung zuständig, sorgen für die Finanzierung und akquirieren hierfür eifrig Spenden bei Kulturbegeisterten. Des Weiteren übernehmen Sie die Aufgaben eines Protokollchefs und Archivars für „Ihr Orchester“. Bei Konzerten stemmen Sie auch die Pausenverköstigung. Auch das leibliche Wohl der Musizierenden während der jährlichen Probephasen ist dank Ihnen gesichert.
In Ihrer Heimatgemeinde Obergriesbach gestalten Sie seit 2011 als Gemeinderatsmitglied die Kommunalpolitik mit.

Daneben bringen Sie sich seit 2003 im Krieger- und Soldatenverein Obergriesbach ein, zunächst als Schriftführer und seit 2014 als erster Vorsitzender. Als Organisationstalent stellen Sie seit langem den Jahresausflug des Vereins auf die Beine. Außerdem sind Sie Archivpfleger der Gemeinde Obergriesbach und Autor der Gemeindechronik, die im Jahr 2005 erschien. Erwähnt sei an dieser Stelle auch Ihre in Buchform gedruckte dreihundertseitige Arbeit über die Kriegerdenkmäler im Wittelsbacher Land. Hierfür haben Sie viele kilometerlange Fahrten quer durch den Landkreis auf sich genommen, um die 85 Kriegerdenkmäler und 200 Tafeln in Kirchen und Vereinsheimen zu dokumentieren.

Mit Ihrem vielfältigen Wirken sind Sie eine Bereicherung für unser Wittelsbacher Land. Ich freue mich sehr, Ihnen hierfür die Verdienstmedaille des Landkreises in Silber verleihen zu dürfen.

 

Ehrenring in Gold des Landkreises Aichach-Friedberg

Die Auszeichnung mit dem Ehrenring des Landkreises unterliegt sehr anspruchsvollen Kriterien und wird nur an Persönlichkeiten verliehen, die sich in ganz außerordentlichem Maße um den Landkreis verdient gemacht haben. Zwei langjährigen treuen Begleitern der Kommunalpolitik wird heute diese Ehrung zuteil. Die beiden Herren haben durch vorbildliche jahrzehntelange Leistungen das Ansehen und das allgemeine Wohl des Landkreises Aichach-Friedberg gefördert. Diese Verdienste sollen mit dem Ehrenring die entsprechende Anerkennung finden. Aktuell gibt es nur zwei weitere Ehrenringträger des Landkreises.


Peter Feile, Friedberg

[bisherige Ehrungen:
1990 Kommunale Dankurkunde
2003 Verdienstmedaille des Landkreises in Gold
2003 Bundesverdienstkreuz am Bande
2010 Kommunale Verdienstmedaille in Silber]

Sehr geehrter Herr Feile, Sie können auf ein erfülltes politisches Leben zurückblicken. Bereits als junger Mensch sind Sie über Ihren Vater und Großvater in die Politik hineingewachsen. Seit 1972 gehören Sie dem Kreistag an und haben dabei den Aufbau des neuen Landkreises Aichach-Friedberg entscheidend mitgeprägt.

Als Vertreter in allen wichtigen Ausschüssen und als Fraktionsvorsitzender sowie Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden der SPD war es Ihnen ein besonderes Anliegen, zwischen beiden Altkreisen ausgleichend zu wirken und Brücken der Verständigung zu bauen.

Sie waren Mitglied des Krankenhaus- und Altersheimausschusses, des Jugendwohlfahrtsausschusses, des Finanz-, Umwelt-, Kreis-, Bau- und Rechnungsprüfungsausschusses und sind aktuell Mitglied des Werkausschusses.

Die Finanz- und Gesundheitspolitik ist Ihnen ein besonderes Anliegen. Politische Diskussionen bereichern Sie mit fundiertem Fachwissen in Finanz- und Wirtschaftsfragen und messerscharfem Sachverstand. Sie achten stets auf politische Korrektheit und plädieren für Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. Ihre Werte werden von allen Kreistagsmitgliedern sehr geschätzt!

Im Jahr 2004 beschloss der Kreistag, eine Haushaltsstrukturkommission einzurichten. Diese hatte den Auftrag, Möglichkeiten zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des Landkreises festzustellen. Aufgrund Ihres Fachwissens durch Ihre jahrelange Tätigkeit als Rechnungsprüfer konnten Sie sich hier besonders einbringen.

Seit über 28 Jahren stehen Sie nun bereits dem dritten Landrat als Stellvertreter zur Seite. Mit großer Loyalität nehmen Sie zuverlässig und einsatzfreudig zahlreiche Termine im Namen des Landkreises wahr. In der Vertretungstätigkeit der Amtsleitung erwarben Sie sich die Anerkennung des gesamten Kreistages sowie die Wertschätzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes.

Ihre Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Friedberg bringen Sie durch Ihr Engagement im Stadtrat der Stadt Friedberg seit 1972 zum Ausdruck. In dieser Zeit waren Sie Mitglied des Finanz-, Rechnungsprüfungs- und Bauausschusses. Im Rechnungsprüfungsausschuss hatten Sie zudem den Vorsitz inne. Sie waren Pfleger des ehemaligen Stadtkrankenhauses Friedberg sowie der Eigenbetriebe und des Bauhofes.

Von 1980 bis 1983 engagierten Sie sich als Mitglied des Deutschen Bundestages auch in der Bundespolitik.

Besonders am Herzen liegt Ihnen die Sozialpolitik. In verschiedensten Funktionen, insbesondere bei der Arbeiterwohlfahrt, sorgen Sie mit Umsicht und Geschick für unsere Gesellschaft. Von 2005 bis 2015 waren Sie Vorsitzender des Ortsverbandes Friedberg und Kreisvorstandsmitglied. Von 1996 bis 2008 übten Sie das Amt des Revisors beim AWO-Bezirksverband aus. Seit 2008 sind Sie Mitglied des AWO-Bezirkspräsidiums. Für Ihren Einsatz hat Ihnen die schwäbische Arbeiterwohlfahrt 2009 die Goldene Verdienstspange als höchstmögliche Auszeichnung zuteilwerden lassen.

Lieber Herr Feile, seit über 47 Jahren kann sich der Landkreis auf Ihre treuen Dienste verlassen. Mit Ihrem beständigen Wirken, in Ihrer Art des Umgangs mit den Menschen, nehmen Sie eine Vorbildrolle ein. Das Wittelsbacher Land ist Ihnen zu großem Dank und Anerkennung verpflichtet. Es ist mir eine große Ehre, Ihnen für Ihre Verdienste heute den Ehrenring des Landkreises Aichach-Friedberg in Gold überreichen zu dürfen.


Rupert Reitberger, Hollenbach-Igenhausen
[bisherige Ehrungen:
1984 Kommunale Verdienstmedaille in Bronze
1987 Bundesverdienstkreuz am Bande
1990 Verdienstmedaille des Landkreises in Silber
1994 Bezirksmedaille des Bezirks Schwaben
1999 Kommunale Verdienstmedaille in Silber
2003 Verdienstmedaille des Landkreises in Gold
2011 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse]

Lieber Rupert, Dein gesamtes ehrenamtliches Engagement zu beleuchten, würde den heutigen Nachmittag sprengen. Wenn man sich die Liste deiner Tätigkeitsfelder vornimmt, ist kaum zu glauben, dass ein einziger Mensch das schaffen kann. Aber Dank Dir wissen wir es besser!

Fangen wir mit Deinem kommunalpolitischen Werdegang an. Dieser begann in Deiner Heimatgemeinde Igenhausen. 1966 wurdest Du dort zum Ersten Bürgermeister gewählt. Damit warst Du der jüngste Bürgermeister ganz Bayerns. Die zuvor selbstständigen Gemeinden Hollenbach, Igenhausen, Mainbach, Motzenhofen und Schönbach wurden im Rahmen der Gebietsreform 1971 zu einer Gemeinde zusammengefasst. Du hattest in der neu geschaffenen Gemeinde das Amt des Ersten Bürgermeisters übernommen und bis 1990 ausgeübt. Unter Deiner Führung hat sich eine harmonische und gut funktionierende Gemeinschaft entwickelt.

Ebenfalls im Zuge der Gebietsreform, wurden 1978 für einige Zeit die Gemeinden Hollenbach und Inchenhofen zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammengefasst. Das Amt des Vorsitzenden dieser VG hast Du 1984 übernommen.

1966 wurdest Du erstmals in den Kreistag des damaligen Landkreises Aichach gewählt. Seit der Geburt des Landkreises Aichach-Friedberg gestaltest Du als dienstältester Kreisrat die Geschicke des Landkreises wesentlich mit.

Über all die Jahre warst Du in zahlreichen Ausschüssen vertreten und hast Dich aktiv in die Sacharbeit eingebracht. In der laufenden Amtsperiode bist Du ordentliches Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss, im Sportbeirat sowie im Ausschuss für Soziales, Bildung und Schule.

Im Jahr 2002 wurdest Du zum Stellvertreter des Landrats berufen. Bis 2014 hast du zwei Amtsperioden lang den damaligen Landrat Christian Knauer bei seiner Arbeit unterstützt und den Landkreis zuverlässig sowie einsatzfreudig bei vielerlei Terminen vertreten.

Aber Gemeinde- und Kreisebene waren Dir nicht genug. Ab dem Jahre 1974 warst Du über 34 Jahre lang Mitglied des Bezirkstages und hast Dich im Zuge dessen vielfältigen Aufgabenfeldern gewidmet. Du warst unter anderem Mitglied im Kultur- und Europaausschuss sowie im Sozialhilfeausschuss. Als Referent für europäische Partnerschaftsangelegenheiten fiel die Pflege aller Partnerschaften, die Schwaben mit anderen europäischen Regionen pflegt, in Deine Zuständigkeit.

Sowohl der Austausch mit dem französischen Département Mayenne als auch der Kontakt mit der ukrainisch-rumänischen Grenzregion Bukowina wurde durch Deinen großen persönlichen Einsatz intensiviert.

Dabei lag Dir die Solidarität mit den Menschen in wirtschaftlich schwächeren Regionen besonders am Herzen. Für rumänische Kinderheime hast Du Sach- und Geldspenden gesammelt sowie Hilfstransporte organisiert.

Ebenso hervorzuheben ist Deine damalige Funktion als Vertreter des Bezirks Schwaben im Zweckverband der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg, in der Verbandsversammlung des Verbandes der bayerischen Bezirke sowie im Fachausschuss für Kultur und Heimatpflege des Verbandes der bayerischen Bezirke.

Zudem warst Du als Stellvertreter im Zweckverband des Landestheaters Schwaben und im Sanierungszweckverband Kurhaustheater Göggingen sowie im Verein Naturpark Augsburg Westliche Wälder tätig. Bis 2005 hast Du auch in der Verbandsversammlung des Verbandes der bayerischen Bezirke als Stellvertreter mitgewirkt.

Du verstehst es, Dein soziales Engagement mit Deiner Liebe zur Musik zu verbinden und hast in Deinem Leben zahlreiche Benefizkonzerte organisiert. Als Leiter des Wittelsbacher Landfrauenchores greifst Du bis heute nicht nur zum Taktstock, sondern schreibst auch eigene Musikstücke. Seit 1967 betreust Du als Chorleiter den Kirchenchor Deiner Heimatpfarrei Igenhausen.
Als Leiter und Dirigent des Blasorchesters „Bajuwaren“ hast Du Ansehen und Bekanntheit erreicht. Du hast die Volksmusikgruppen „Igenhausener Sänger“, „Igenhausener Madln“, „Hollenbacher Duo“ und „Mainbacher Sänger“ ins Leben gerufen. Im Jahre 1975 hast Du erstmals die Hollenbacher Frühjahrs- und Adventskonzerte organisiert, die bis 1989 Bestand hatten.

Zu Deinem sozialen Engagement zählt außerdem die Gründung des Vereins „Kennen und Verstehen“. Der Verein hat sich die Verbesserung der psychosozialen und sozialpsychiatrischen Versorgung im Landkreis Aichach-Friedberg auf die Fahnen geschrieben (mit Erfolg!). Du begleitest den Verein als Zweiter Vorsitzender.

Zudem warst Du an der Gründung der Caritas-Sozialstation Aichach im Jahr 1980 beteiligt und hast Dich eine Weile als Kassenprüfer zur Verfügung gestellt.

Erwähnenswert ist auch Dein Wirken als Vorsitzender des Wasserzweckverbandes „Magnusgruppe“, seit nunmehr 46 Jahren. Unter Deiner Führung ist es gelungen, eine sichere und solide Wasserversorgung für die Bürgerinnen und Bürger aufzubauen.

Ebenso bist Du seit 1972 Vorsitzender des CSU-Ortsver-bandes Hollenbach.

Auch im sportlichen Bereich hast Du Dich verdient gemacht. Als Gründungsmitglied warst Du maßgeblich am Aufbau des FC Igenhausen sowie der LG-Lech-Altbaiern beteiligt.
Seit Jahrzehnten begleitest Du den FC Igenhausen als Kassenprüfer. Als Vorsitzender des Förderkreises Leichtathletik bist Du mehr als 30 Jahre engagiert.
Lieber Rupert, Dein vielfältiger Einsatz bereichert nicht nur das Wittelsbacher Land. Auch darüber hinaus hast Du Dir großartige Verdienste erworben. Dein ganzes Leben lang hast Du zum Wohle Deiner Nächsten viel Zeit und Kraft investiert. Ich freue mich sehr, Dir für Deine Lebensleistung heute den Ehrenring des Landkreises Aichach-Friedberg in Gold überreichen zu dürfen.