Ehrungsabend für Landkreisbürger

Landrat überreicht Auszeichnungen an acht Personen aus dem Wittelsbacher Land.

Veröffentlicht am 22.03.2017
Ehrungsabend für Landkreisbürger
Acht Auszeichnungen überreichte Landrat Dr. Klaus Metzger an Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis. Mit auf dem Bild sind die jeweiligen Bürgermeister.

Insgesamt acht Personen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg überreichte Landrat Dr. Klaus Metzger unterschiedliche Auszeichnungen. Im Kreisgut begrüßte er neben den Hauptpersonen und deren Angehörigen mehrere Bürgermeister und Kreisräte. Er hob das ehrenamtliche Engagement als außergewöhnlich wichtig für die Gesellschaft und keineswegs selbstverständlich hervor. Den „Ausgezeichneten“ dankte er "für Ihren Einsatz und für Ihr Verantwortungsbewusstsein unserer Heimat gegenüber".

 

Die Ehrungen im Einzelnen, mit der jeweiligen Laudatio:


Ehrenzeichen für 25 Jahre Tätigkeit beim Bayerischen Roten Kreuz

Gerhard Schury, Petersdorf
Sie traten 1990 als ehrenamtliches Mitglied bei der BRK-Bereitschaft Pöttmes ein und absolvierten daraufhin die Ausbildung zum Rettungssanitäter. Viele Jahre sind Sie ehrenamtlich im Rettungsdienst und im Hintergrunddienst gefahren. 1993 schlossen Sie zudem die Ausbildung zum Ausbilder für die Erste Hilfe und 2010 die Ausbildung zum Ausbilder Erste Hilfe am Kind erfolgreich ab. Seitdem sind Sie als Erste-Hilfe-Ausbilder sehr aktiv. 1995 wurden Sie zum Rettungsassistenten ernannt. Für Ihr ehrenamtliches Engagement in der Bereitschaft Pöttmes wurde Ihnen im Jahre 2002 das Ehren-zeichen der Bereitschaften in Bronze verliehen. Im Jahr 2010 wurden Sie vom Kreisverband Aichach-Friedberg zum Instruktor für die Erste-Hilfe-Ausbildung ernannt und stehen als solche den Erste-Hilfe-Ausbildern und dem Kreisverband mit Rat und Tat zur Seite. Es heißt „Gerhard Schury kann man zu jeder möglichen und unmöglichen Zeit um Hilfe bitten, er springt immer ein, wenn Not am Mann ist“. Ein herzliches Vergelts Gott für Ihre wertvolle Arbeit!


Ehrenzeichen für 40 Jahre Tätigkeit beim Bayerischen Roten Kreuz

Marie-Luise Reisner, Pöttmes
Frau Reisner, Sie traten am 1. Mai 1972 in die damalige Frauenbereitschaft Pöttmes ein. Neben der Sanitätsausbildung besuchten Sie bald auch Führungslehrgänge und übernahmen über lange Jahre hinweg die Position der Leiterin der Frauenbereitschaft. Sie wissen die Mitglieder ihrer Gemeinschaft immer wieder neu zu motivieren, Ihre Begeisterung für das Rote Kreuz reißt andere mit. Dabei vergessen Sie jedoch nie, auch selbst mit Hand anzulegen. Bei Bereitschaftsabenden stellen Sie sich als Referentin zur Verfügung und geben Ihr Wissen und Ihre jahrzehntelange Erfahrung an andere weiter. Nach wie vor sind Sie bei Bedarf für die heutige Bereitschaft Pöttmes da. Sei es an den Bereitschaftsabenden, bei den Blutspendeterminen oder beim Sanitätsdienst.
Selbst nach 40-jähriger aktiver Mitgliedschaft stehen die Räder bei Ihnen nicht still, was alle Kameradinnen und Kameraden sehr zu schätzen wissen. Für Ihr Engagement bedanke ich mich persönlich, wie auch im Namen des Landkreises ganz herzlich!


Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für im Ehrenamt tätige Frauen und Männer

Bärbel Kerle, Aichach
Sehr geehrte Frau Kerle, im Jahre 1997 waren Sie Teilnehmerin im ersten Hospizhelfer-Kurs, der durch das St. Afra Hospiz durchgeführt wurde. Seitdem sind Sie als ehrenamtliche Hospizbegleiterin im ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst auf vielfältigste Art und Weise tätig. Sie sind eine stabile und verlässliche Stütze für das ganze Team, bei Hauptamtlichen und auch bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Sie übernehmen sämtliche Aufgaben. Sie scheuen sich auch nicht, bei ansteckenden Erkrankungen zu helfen. Ihr Motto: „So wie ihr mich braucht, am Tag und auch nachts, besonders in Notfällen – wenn es halt brennt, ich bin da und flexibel!“.
Bei „Nachtsitzwachen“, ob zu Hause bei den Patienten, in Pflegeheimen oder im Krankenhaus sind Sie immer zur Entlastung von Angehörigen und Pflegepersonen bereit. Sie haben akute Situationen schnell im Griff und sind für Patienten und Angehörige eine große Stütze. Ihre wunderbare Gabe ist, schnell Vertrauen aufbauen zu können und empathisch zu agieren. Das ist in solch schwierigen Situationen eine große Hilfe. Sie scheuen sich auch nicht davor, auf Unstimmigkeiten oder körperliche Leiden bei den Patienten hinzuweisen.

Frau Kerle, Sie sind dem hauptamtlichen Hospizteam eine große Unterstützung. Projekte wie „Trauer gehen“, Gedenkfeiern und Stadtgebete gestalten Sie mit. Mit ihrer Kreativität bringen Sie immer neue Gedanken und Ideen ein und machen dem Hospizteam Mut, auch mal etwas Neues auszuprobieren. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit des Hospiz- und Palliativberatungsdienstes bringen Sie sich ein, indem Sie die hauptamtlichen Koordinatorinnen zu Vorträgen begleiten, aus der Sicht der Ehrenamtlichen berichten und auch an Infoständen vertreten sind. Ihre große Erfahrung nutzen Sie und geben Sie weiter, wenn sie sich als Patin für neue Ehrenamtliche zur Verfügung stellen. Jede Arbeit, jede Aufgabe, jeden Dienst gehen Sie immer mit großer Freude an und es gibt nichts, was Ihnen nicht gelingt! Besondere Freude machen Sie dem Hospizteam und auch den anvertrauten Personen, wenn Sie alle mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen. Sie verstehen den Hospizgedanken „für ein würdevolles Sterben in vertrauter Umgebung zu sorgen“! In den vielen Jahren waren Sie mit einem weit über das normale Maß hinausgehenden Einsatz engagiert und haben sich damit in be-sonderer Weise im Ehrenamt um die Menschen verdient gemacht. Deshalb freue ich mich sehr, Sie heute Abend mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern auszeichnen zu dürfen.


Elfriede Sontag, Friedberg
Liebe Frau Sontag, seit 1992 sind Sie ehrenamtlich in der Of-fenen Behindertenarbeit der Sozialstation Friedberg (OBA) tätig. Dieser Bereich wurde im Jahre 2007 von der Caritas Augsburg übernommen. Sie blieben weiterhin dabei und waren unentbehrlich als Begleiterin bei Urlaubsfahrten, Ausflü-gen und sonstigen Unternehmungen, die den Menschen mit Behinderung angeboten werden. Sie sind eine sehr wichtige und auch konstruktiv kritische Begleiterin im Dienste der Offenen Behindertenarbeit. Nachdem Sie ab Oktober 2000 zunächst als Stellvertreterin tätig waren, übernahmen Sie 2004 die Leitung der Kontaktgruppe „Stammtisch für Leute mit und ohne Behinderung“ der CAB Caritas Augsburg in Friedberg. Sie organisieren zusammen mit Ihrer Stellvertretung die monatlichen Treffen und weitere Unternehmungen und Ausflüge der Gruppe. Darüber hinaus engagieren Sie sich stark für die persönlichen Belange der einzelnen Gruppenmitglieder und helfen ihnen aus ihrer Isolierung.
Von Beginn an sind Sie zudem beim Projekt „Rotznase“ dabei, das 2003 vom Evangelischen Bildungswerk Augsburg in Mering aufgebaut und 2012 von der Diakonie Augsburg übernommen wurde. Es bietet Hilfestellung für berufstätige Eltern an, die vorübergehend kranke, zu pflegende Kinder haben und wieder an ihren Arbeitsplatz müssen. Als „Familienentlastender Einsatz“ (FEE) kommt eine zuverlässige Helferin ins Haus und kümmert sich um das gesund werdende Kind. Bis heute sind Sie als „FEE“ im Einsatz.

Seit 2010 bringen Sie sich auch als Beisitzerin in der Vorstandschaft des Vereins „Kennen und Verstehen e. V.“ ein, ein Verein zur Verbesserung der psychosozialen und sozialpsychiatrischen Versorgung im Landkreis Aichach-Friedberg. Am vergangenen Freitag stellte er wieder die viel beachteten Psychiatrietage auf die Beine, die seit 1998 alle zwei Jahre stattfinden. Sie unterstützen dort maßgeblich die Planung und Durchführung. Als rührige „Netzwerkerin“ sind Sie prädestiniert, Selbsthilfegruppen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Seit 2007 veranstalten Sie einmal im Monat in Friedberg das „Brunnentreffen“, bei dem alle Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung willkommen sind. Es bietet die Möglichkeit, sich im Sonntagscafé an einem liebevoll gedeckten Kaffeetisch zu treffen, sich zu unterhalten und nicht alleine zu sein. Es ist Ihnen ein wichtiges Anliegen, die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung zu fördern. Dazu pflegen Sie regen Kontakt zu den Verantwortlichen in der Politik und Verwaltung der Stadt Friedberg und im gesellschaftlichen Leben von Friedberg, z. B. zum Rotary-Club. Sie haben ein Netzwerk geschaffen, das weitere Unterstützungs- und Inklusionsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung eröffnet. Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihr vielseitiges soziales En-gagement über so lange Zeit. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen und eine Freude, Sie heute mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern auszuzeichnen.


Walburga Walkmann, Friedberg
Sehr geehrte Frau Walkmann, seit 1977, also seit 40 Jahren, sind Sie Theaterspielleiterin der Schützengemeinschaft Bachern. Mit den Kindern und Jugendlichen des Vereins absolvieren Sie jedes Jahr zur Weihnachtszeit viele Auftritte. Im AWO-Seniorenclub Friedberg sind Sie seit 1999 1. Vorsitzende. Sie organisieren monatliche Zusammenkünfte sowie Faschings- und Muttertagsfeiern, Frühlingsfeste und Tagesausflüge. Es stehen aber auch Infoveranstaltungen, wie zum Beispiel Vorträge zur Patientenverfügung oder „Diabetes im Alter“ auf dem Plan. Zusätzlich betreuen Sie mit dem Seniorenclub die Bewohner des AWO-Seniorenheimes in Friedberg. Es werden zum Beispiel Geburtstage gefeiert, an dem die Mitglieder des Clubs selbstgebackene Kuchen mitbringen, mit den Senioren Spaziergänge oder Einkäufe unternehmen und auch Spielenachmittage veranstalten.
Frau Walkmann, Sie stellten sich 2007 auch als 2. Vorsitzende für den AWO-Ortsverein in Friedberg zur Verfügung und unterstützen den 1. Vorsitzenden. Zu den jährlichen Ausflügen und der Betreuung der Mitglieder organisieren Sie zusätzlich Seniorengymnastik und die Filmnachmittage des AWO-Ortsvereins. Der AWO-Ortsverein möchte mit seinen Angeboten der zweiten Generation der Senioren, die immer häufiger geistig und körperlich fit ist, von Nutzen sein. Auch einer neuen Form von Armut, der Vereinsamung der Menschen, möchte der Verein mit Treffen und Veranstaltungen entgegenwirken.

Seit dem Jahr 1987 leiten Sie im Namen der AWO das Ferienprogramm der Stadt Friedberg und von 2007 bis 2014 übernahmen Sie offiziell die Betreuung und Leitung des Ferienprogramms. Im Angebot dieses Programms standen für die Kinder zum Beispiel Ausflüge in den Zoo, zu BMW nach München oder auch die Besichtigung des Franz-Josef-Strauß-Flughafens. Für die Kinder, die in der Stadt wohnen, wurde die „Stadtranderholung“ in Bachern angeboten. Von Frühstück bis Abendessen wurden die Kinder dort den ganzen Tag verpflegt und betreut.
In weiteren Vereinen, wie im Alpenverein, im VDK Ottmaring, im Sportverein Ottmaring sind Sie seit vielen Jahren aktiv. Beim Altstadtfest, der „Friedberger Zeit“ engagieren Sie sich in der „Stoffstube“ und bei der Herstellung von historischen Schirmen und Gewändern stark und auch bei den ersten „Mittelalterlichen Markttagen“ der Stadt Aichach bringen Sie Ihr schneiderisches Geschick und Können gerne ein. Dazu sind Sie seit 1990 Mitglied des Kreistags und des Stadtrats in Friedberg. Dafür haben Sie bereits die Verdienstmedaille des Landkreises erhalten.
Frau Walkman, Sie haben sich in den vielen Jahren mit einem weit über das normale Maß hinausgehenden Einsatz für die vielen oben genannten Bereiche engagiert und sich damit besonders für die Bewohner im Landkreis Aichach-Friedberg ehrenamtlich verdient gemacht. Deshalb freut es mich sehr, Sie heute mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Minister-präsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern auszuzeichnen.

 

Markus Lück, Affing
Markus Lück, Sie sind seit 1994 ehrenamtlich für eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung der Ihnen verantworteten Jugendmannschaften des FC Augsburg zuständig, sind auch für deren Betreuung bei Spielen und Wettkämpfen verantwortlich. Sie tragen dazu bei, die Nachwuchsförderung des FC Augsburg weiterzuentwickeln und zu verbessern. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Turnierkoordination. Sie planen mit den Trainern des FCA, an welchen Turnieren die Mannschaften teilnehmen. Ihr Aufgabengebiet ist die Organisation der Anreise, der Übernachtungen der Jugendlichen und auch der Ablauf des Turnieres. Zusätzlich tragen Sie zur Homepage des Vereins bei und sorgen damit auch für eine entsprechende Repräsentation des FC Augsburg.

Seit 2015 sind Sie, Herr Lück, als „Talentsichter“ unterwegs. Sie fahren zu Spielen und Turnieren, um dort potentielle Spieler für den FC Augsburg zu entdecken, in Bayern, aber auch in Österreich, der Schweiz sowie im gesamtdeutschen Raum. Mit der sportlichen Leitung sichten Sie dann die Spieler, die für den Verein interessant sein könnten. Für Ihr langjähriges und weit über das normale Maß hinausgehendes ehrenamtliches Engagement im sportlichen Jugendbereich, freue ich mich, Ihnen, Herr Markus Lück, das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten aushändigen zu dürfen.


Johann Michl, Aichach
Es begann beim Schützenverein Edelweiß-Tell Aichach. Dort waren Sie, Herr Michl von 1963 bis 1967 1. Schützenmeister und von 1967 bis 1971 2. Schützenmeister. Neun Jahre lang, von 1964 bis 1973, sind Sie damals zudem als Schatzmeister für den Sportschützengau Aichach im Einsatz gewesen. In den Jahren 1966 bis 1977 arbeiteten Sie als 2. Vorsitzender in der Vorstandschaft des Ballspielclubs Aichach, besser bekannt als „BCA“. Vor allem bei Um- und Ausbauarbeiten des Vereinsheims, waren Sie maßgeblich beteiligt. Bis 1988 waren Sie anschließend Mitglied des Ausschusses. 1971 begannen Sie als Tourenleiter im ADAC, organisierten Bildersuchfahrten, Nachtorientierungs- und Fuchsfahrten sowie Geschicklichkeitsturniere, die großen Zuspruch bei den Vereinsmitgliedern fanden. Von 1977 bis 1980 waren Sie Schriftführer im Motorclub. 21 Jahre lang, von 1980 bis 2001, waren Sie dann sogar 1. Vorsitzender des MC Aichach. Im Jahre 1973 wurde in Aichach die „Sorgenkinderelf“, als Unterabteilung des ADAC Aichach, gegründet, eine Fußball-mannschaft aus mehreren Hobbyfußballern, die hauptsächlich zu Fußballspielen gegen prominente Mannschaften antrat. Herr Michl war Gründungsmitglied und dann 35 Jahre lang Kassier. Von 1997 bis 2008 leitete er diese Gruppe alleine. Mit den Spielen aber auch mit anderen Aktivitäten wurden Einnahmen erwirtschaftet, mit denen bedürftige Menschen und caritative Einrichtungen in Aichach unterstützt wurden.

Von 1989 bis 1997 waren Sie, Herr Michl, Kassier und Schatzmeister des Aichacher Volkstheaters, haben sehr gewissenhaft und äußerst erfolgreich die finanziellen Angelegenheiten des Vereins gelenkt. Über einen deutlich längeren Zeitraum waren Sie auch aktiver Schauspieler in unterschiedlichen Rollen und haben damit zur erfolgreichen Entwicklung des Aichacher Volkstheaters beigetragen. Seit 2007 ist „Jonny“ Michl für den TSV Aichach als Sportabzeichenprüfer tätig und dafür von Mai bis Oktober im Schnitt zwei- bis dreimal pro Woche, jeweils mehrere Stunden im Einsatz. Als sich 2013 die Altbayerischen Theaterfreunde gründeten, brachten Sie sich, Herr Michl, bereits im Vorfeld aktiv ein und stellen sich seitdem als Schatzmeister zur Verfügung. Mit Ihrer Erfahrung sind Sie dem jungen Verein in allen Bereichen eine wertvolle Stütze. Sehr geehrter Herr Michl, Sie haben sich in den vielen Jahren mit einem weit über das normale Maß hinausgehenden Einsatz im kulturellen und sportlichen Bereich in Aichach engagiert und sich damit ganz besonders um das Ehrenamt verdient gemacht. Deshalb freut es mich sehr, Sie heute mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern auszuzeichnen.


Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Rose Maier-Haid, Friedberg
Sehr geehrte Frau Maier-Haid, bereits im Jahre 1977 gründeten Sie die Malschule „Struwwelpeterwerkstatt“ in Bad Soden und leiteten diese bis zu Ihrem Wegzug nach Augsburg 1979. Seit der Gründung setzten Sie sich intensiv mit Kunst aller Richtungen auseinander und führten Einzelausstellungen als freischaffende Künstlerin in Berlin, Frankfurt, Limburg, Koblenz, Reutte, Augsburg und Friedberg durch. In Augsburg arbeiteten Sie mit der Literaturgruppe „Sprachlos“ und erhielten gemeinsam mit dieser den Kunstförderpreis für Literatur der Stadt Augsburg. Die Assemblage „Den Tod in das Leben einbeziehen“ im Münchner Haus der Kunst 1982 war eine Aktion, die bis heute aktuell ist. 1985 stellten Sie in der Kellergalerie des Schaezlerpalais in Augsburg aus.
1984 zogen Sie nach Friedberg, wo Sie schon ein Jahr vorher mit Beharrlichkeit und geringsten Mitteln eine Malschule in der Jesuitengasse gründeten. Hier vermitteln Sie bis heute Kunst in wohl einzigartiger, unkonventioneller Form an eine kaum noch zu überschauende Zahl von Schülern und Studierenden aller Altersgruppen.

Sie sind Mitglied der Künstlergruppe Friedberg, Mitbegrün-derin der Kunstsozialen, Initiatorin von „Kann ohne Kanone“ – einer Anleitung für Kinder zur Abrüstung im Kinderzimmer, Organisatorin von „100 Werke und ihre Meister“ – einer Kunstausstellung in Friedberg. Weiter sind Sie Mitbegründerin des Kinderkulturtages sowie der Liedermacherschule „SAGO“. Sie bringen mit immer neuen Ausstellungen, Programmen und Aktionen Kunst in unterschiedlichster Art weiten Kreisen der Bevölkerung nahe. Zu den Aktivitäten außerhalb Ihres Ateliers gehören u. a. die jährliche Organisation einer Frühjahrs-Kunstausstellung in der Stadthalle Friedberg, mit Zuspruch durch Künstler aus ganz Deutschland sowie immer wieder Skulpturenpfade durch die ganze Stadt, die mit einzelnen Objekten stets bleibende Spuren hinterlassen. Hierbei ist anzumerken, dass Sie bei Ihren Kunstausstellungen alles selbst in die Hand nehmen – Presse, Aufbau, Künstlerbetreuung, Marketing usw. 1995 schufen Sie die Skulptur namens „Friedbär“, die immer wieder Teil von Veranstaltungen und Aktionen ist. Bekannt sind Ihre Bücher wie „Berührungswind“, „Lerche im roten Rock“, „Kunstzeichen Liebe“, „Melodie des Seins“   oder „Verantwortlich über das Bild hinaus“.

Ihr Name steht für unermüdliche Schaffenskraft an der „sozialen Plastik“, liebevolle Weitergabe Ihrer Kreativität an hunderte von kleinen und großen Kunstschülern und tatkräftigen Einsatz für die Kunst und Kultur vor allem in Friedberg. Sie bleiben nie stehen, entwickeln und gestalten ständig Neues, um möglichst vielen Menschen diesen „kleinen Funken“ mitzugeben. Sie haben mit Ihren Aktivitäten ganz maßgeblich dazu beigetragen, Friedberg zu einer „Stadt der Kinder und der Kunst“ zu machen. Im Vorwort zu einem Ihrer Bücher steht über Sie: „Über die Jahre hinweg hat sie Kunst gemacht, kommunikative Situationen eröffnet, Menschen in Bewegung gebracht, sie zusammengeführt, sie – im erweiterten sozialen Sinn des Wortes – mit Kunst und zur Kunst assoziiert, also zu einem Sozialkörper zusammengeschlossen. Mit enormer Tatkraft, mit der ihr eigenen und ansteckenden Begeisterungsfähigkeit, mit bewundernswerter Hartnäckigkeit und organisatorischem Geschick hat sie mehr als nur ein paar Farbtupfer in eine Kleinstadt gesetzt. Sie hat diesen ihren Lebensraum nachhaltig mitgeprägt“. Dem ist nichts hinzuzufügen!

Liebe Frau Maier-Haid, für Ihre besonderen Verdienste um unsere Gesellschaft hat Ihnen der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Herr Joachim Gauck, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Ich freue mich, Ihnen diese heute aushändigen zu dürfen und gratuliere Ihnen von Herzen, auch im Namen des Landkreises Aichach-Friedberg.

 

Bild: Erich Echter. Vielen Dank dafür!