Eine Million Euro Förderung vom Freistaat für die Geburtshilfe im Krankenhaus Friedberg

823 Geburten im Friedberger Krankenhaus im Jahr 2020

Das vom Landkreis Aichach-Friedberg für das Wirtschaftsjahr 2019 getragene Gesamtdefizit der Kliniken an der Paar betrug rund 7,8 Mio. Euro, allein auf die Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus in Friedberg entfielen davon über 1,5 Mio. Euro. Der Freistaat Bayern hat dem Landkreis für das Defizit der Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe nun mit Bescheid vom 16.12.2020 eine Förderung in Höhe von 1,0 Mio. Euro gewährt. Dieser Zuwendung liegt die Richtlinie zur Förderung der Geburtshilfe in Bayern zugrunde. Demnach werden vom Freistaat Bayern 85 Prozent des Defizits der Geburtshilfeabteilung übernommen, maximal aber die nun gewährten 1,0 Mio. Euro. Zum Ausgleich des Defizits aus dem Wirtschaftsjahr 2018 hat der Freistaat dem Landkreis im Dezember 2019 bereits einen Betrag in Höhe von rund 700.000 Euro gezahlt.

Die Förderrichtlinie definiert eine Reihe von Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. So muss der Landkreis ganz oder teilweise dem ländlichen Raum nach dem Landesentwicklungsprogramm zugeordnet und in dem betroffenen Krankenhaus müssen im Jahr mindestens 300, maximal aber 800 Geburten betreut worden sein. Ferner muss diese Zahl mindestens 50 Prozent der Neugeborenen im Landkreis betragen. Mit 650 Geburten im Jahr 2019 konnten am Krankenhaus Friedberg erneut alle Kriterien erfüllt werden. Die erfreuliche Entwicklung der Zahlen am Krankenhaus Friedberg im Jahr 2020 auf nunmehr 823 Geburten bedeutet allerdings, dass wegen Überschreitung der maximal geförderten Geburtenzahl von 800 der Landkreis für das Wirtschaftsplanjahr 2020 voraussichtlich keinen Ausgleich des Defizits vom Freistaat mehr erhalten wird.

Von den 823 betreuten Geburten im Krankenhaus Friedberg im Jahr 2020 sind 222 dem nördlichen Landkreis – dem Einzugsgebiet der bis Mitte 2018 betriebsfähigen Geburtsstation am Krankenhaus in Aichach – zuzuordnen. 2019 lag diese Zahl bei 180, im Jahr 2018 noch bei 144. Es zeigt sich also, dass werdende Mütter aus dem nördlichen Teil des Landkreises vermehrt ihre Kinder am Krankenhaus in Friedberg zur Welt bringen. Gerade ein Blick auf die Zahlen der Neugeborenen aus Aichach (mit Stadtteilen) untermauert diesen Trend: Kamen im Jahr 2018 nur 44 der Neugeborenen im Krankenhaus Friedberg aus Aichach, so waren es im Jahr 2019 bereits 82 und 2020 sogar 107. Zum Vergleich: Die Zahl der Neugeborenen aus Friedberg (einschl. Stadtteile) im dortigen Krankenhaus lag mit 125 im Jahr 2020 nur unwesentlich höher.

Landrat Dr. Klaus Metzger und der Geschäftsführer der Kliniken an der Paar, Dr. Hubert Mayer, zeigen sich erfreut über die deutlich wachsenden Geburtenzahlen in Friedberg und sehen mit dem neuen Chefarzt für die Hauptabteilung, Sokol Rexhepi, der Anfang des Monats seine Tätigkeit aufgenommen hat, noch weiteres Entwicklungspotenzial. „Vor allem die Kompetenzen, die Herr Rexhepi auch in der operativen Gynäkologie mitbringt, sollen den Frauen im Wittelsbacher Land eine Alternative zu großen Kliniken bieten“, so der Landrat.