Erfassung und Erhaltung alter Apfel- und Birnensorten: Projekt gestartet

Auftaktveranstaltung im Kreisgut in Aichach

Veröffentlicht am 03.05.2017
Erfassung und Erhaltung alter Apfel- und Birnensorten: Projekt gestartet
Walter Hollmann, Hubert und Elisabeth Birkmeir (von links) unterstützen das Landkreisprojekt.

Menschen, die sich engagiert für die Erfassung und den Erhalt alter Apfel- und Birnensorten einsetzen gibt es im Wittelsbacher Land eine ganze Reihe. Das hat die positive Resonanz bei der offiziellen Auftaktveranstaltung zum LEADER-Projekt „Erfassung und Erhaltung alter Apfel- und Birnensorten im nördlichen Schwaben“ deutlich gezeigt. Landrat Dr. Klaus Metzger und die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, Manuela Riepold, hatten dazu ins Kreuzgratgewölbe des Kreisgutes in Aichach eingeladen.

Der Landkreis Aichach-Friedberg beteiligt sich zusammen mit dem Landkreis Donau-Ries sowie Teilen der Landkreise Neu-Ulm und Augsburg im Rahmen dieses LEADER-geförderten und von der Lokalen Aktionsgruppe Wittelsbacher Land e. V. unterstützten Projektes am Lückenschluss der Obsterfassung in Schwaben. Eindrucksvoll und mit großem Fachwissen zeichnete der Pomologe Hans-Thomas Bosch, der als Auftragnehmer für die Umsetzung gewonnen werden konnte, das Bild vom Wandel einer immensen Sortenvielfalt mit über 3000 Sorten hin zu gerade noch 20 Apfel- und Birnensorten mit wirtschaftlicher Bedeutung. Beeindruckend waren seine Bilder von einem mächtigen Birnbaum, der in Thierhaupten erfasst wurde und seitdem die Fachwelt über die Grenzen hinweg begeistert. Spannend auch seine Erinnerungen an die zahlreichen Gespräche mit den Baumeigentümern – nur durch deren gut überliefertes Wissen war es teilweise möglich, Hinweise auf Herkunft oder Namen mancher Sorten zu bekommen. Noch lange nach Boschs Vortrag wurden im Foyer des Kreisgutes potentielle Standorte von Obstbäumen auf den vorbereiteten Land-kreiskarten eingetragen, wurde gefachsimpelt und nebenbei der eigene Vitaminhaushalt mit den bereitgestellten Äpfeln und Birnen gestärkt. In einem Newsletter, der neben dem Abschlussbericht der letzten Erfassungsperiode und dem Projektflyer auf der Internetseite des Landratsamtes Ai-chach-Friedberg im Auftritt der Kreisfachberatung hinterlegt ist, erfährt der interessierte Leser die aktuellsten Projektergebnisse. Wer selbst alte Apfel- oder Birnensorten besitzt, oder in anderer Art und Weise mit dem Thema Obstbau zu tun hat, ist aufgerufen, sich bis spätestens Juli 2017 bei der Kreisfachberatung am Landratsamt zu melden. Vielleicht finden sich bei der Erfassung im Herbst neben den bereits vermuteten regionalen Sorten wie dem „Schöner aus Gebenhofen“, dem „Hügelsharter Gravensteiner“, oder der „Stätzlinger Honigbirne“, bei der noch nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um eine eigene Sorte, oder vielleicht „nur“ einen lokalen Namen handelt, noch wei-tere einzigartige Besonderheiten.

Informationen gibt es bei der Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, Manuela Riepold am Landratsamt Aichach-Friedberg, Telefon 08251 92-392,
E-Mail: manuela.riepold@lra-aic-fdb.de.


Bild © Landratsamt Aichach-Friedberg, Manuela Riepold