Erfolgreiche Integration durch Sprache: Behörden und Kursträger ziehen an einem Strang

Das Bildungsbüro im Landratsamt koordiniert

Veröffentlicht am 20.01.2017
Erfolgreiche Integration durch Sprache: Behörden und Kursträger ziehen an einem Strang
Integration über die Sprache: Vertreterinnen und Vertreter des Landratsamtes Aichach-Friedberg, von Sprachkursträgern, Jobcenter und Arbeitsagentur arbeiten dafür eng zusammen.

Das Erlernen der deutschen Sprache ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration von Neuzugewanderten in unsere Gesellschaft. Nur über sprachliche Verständigung kann der Übergang in Ausbildung und Arbeit gelingen. Neuzugewanderte müssen daher von Anfang an Deutsch lernen und zwar am besten wohnortnah, ohne lange Warte-zeiten. Diesem Ziel hat sich das Landratsamt Aichach-Friedberg mit dem neuen Sachgebiet für Ehrenamt, Bildung und Integration und dem Ausländeramt verschrieben.

Damit dabei alle Akteure in der Region an einem Strang ziehen und das Angebot nicht am tatsächlichen Sprachbedarf der Neuzugewanderten vorbei geht, besteht seit September eine enge Kooperation zwischen den Stellen im Landratsamt, dem Jobcenter Wittelsbacher Land, der Agentur für Arbeit Augsburg, der Asylsozialberatung sowie den Schulen und Sprachkursträgern im Landkreis.

Ein aktuelles Ziel ist es, den genauen Bedarf an Sprachkursen zu ermitteln und das Angebot zu optimieren. So werden ab April bzw. Mai die VHS Aichach-Friedberg und auch das BIB Augsburg neue Integrationskurse in Aichach anbieten. Die Die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) plant in der Gemeinschaftsunterkunft in Unterwittelsbach einen Erstorientierungskurs einzurichten. Die Versorgungslage in Friedberg und Mering ist aufgrund der Nähe zu Augsburg im Moment sehr gut. Hier reicht das derzeitige Angebot an Sprach- und Integrationskursen aus, um den Bedarf zu decken. Aus dem nördlichen Landkreis besuchen die meisten Flüchtlinge Kurse in Aichach.

Thema war auch die „Qualitätssicherung“. Damit möglichst viele, die einen Kurs beginnen, diesen auch erfolgreich mit einem B1-Sprachzertifikat in Deutsch abschließen, wurde über trägerübergreifende Standards gesprochen. Deutlich wurde dabei, dass über die Sprachkurse hinaus Gelegenheiten zur Sprachpraxis notwendig sind. Ob an der Kasse im Supermarkt oder im Verein – der Sprachkontakt im Alltag ist entscheidend für die sprachli-che Entwicklung.

Ein tolles Angebot gibt in diesem Zusammenhang von Christoph Lang, dem Leiter des Aichacher Stadtmuseums: Um die Neuzugewanderten beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen und ihnen Kultur und Geschichte unserer Region anschaulich zu vermitteln, sind alle Sprachkursträger herzlich dazu eingeladen, mit ihren Kursteilnehmenden einmal kostenlos in das Stadtmuseum zu kommen, um eine sprachlich reduzierte Führung zu erhalten.


Foto Landratsamt, Bildungsbüro, Goran Ekmescic