Hohe Auszeichnung für Günter Wurm

Günter Wurm aus Schmiechen wurde für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Landrat Dr. Klaus Metzger hatte die Ehre, ihm diese hohe Auszeichnung aushändigen zu dürfen.

Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt der Schmiechener Günter Wurm aus den Händen von Landrat Dr. Klaus Metzger. Begleitet wurde er von seiner Frau Annemarie und seiner Tochter Theresa, den beiden Bürgermeistern Josef Wecker (Schmiechen, r.) und Florian Mayer (Mering, 2. v. l.) sowie Peter Holthaus (nicht im Bild). Bild © Landratsamt Aichach-Friedberg, Wolfgang Müller

In einer umfangreichen Laudatio berichtete der Landrat bei der Ehrung über die vielfältigen ehrenamtlichen Leistungen von Günter Wurm. So war der gebürtige Meringer 2002 Jugendbeauftragter der Gemeinde Schmiechen, als die jungen Menschen dort sich mit dem Thema Israel auseinandersetzen wollten. Wurm suchte daraufhin Kontakt zur deutsch-israelischen Gesellschaft. So entstanden innerhalb eines längeren Zeitraums zunächst Israelfeste mit kulturellem und musikalischem Programm in der Gemeinde Schmiechen, was dort als sehr außergewöhnlich angesehen wurde. Diese Feste weckten das Interesse der Einwohner, mehr über die Lebensweise und Kultur der Israelis zu erfahren.

Durch seine Trainertätigkeit in einer Mädchenfußballmannschaft in Mering entstand die Idee, einen Sportaustausch mit Israel zu organisieren. So wurden über die Israelitische Kultusgemeinde München erste Kontakte mit der israelischen Stadt Karmiel geknüpft. Die Jugendlichen auf beiden Seiten waren sofort davon begeistert. Deshalb wurden über die Jahre hinweg viele weitere Begegnungen auf beiden Seiten organisiert und das nicht nur auf sportlicher Ebene. Es entstand ein stabiles Netzwerk von über 150 Personen. Auch der damalige Meringer Bürgermeister und einige Gemeinderäte machten sich daraufhin auf den Weg nach Karmiel, um sich selbst ein Bild von der Stadt zu machen. Die Marktgemeinde Mering besiegelte später durch Beschluss die offizielle Städtefreundschaft Mering-Karmiel.

Inzwischen gehören Vorträge über Israel und das Judentum zum Standardrepertoire des kulturellen Lebens in Mering. Der Höhepunkt war im Jahr 2018 der Besuch des langjährigen Bürgermeisters Adi Eldar aus Karmiel mitsamt einer Delegation in Mering. Im Rahmen der Städtefreundschaft organisiert Wurm auch jährlich den „Israeltag“, der von der deutsch-israelischen Gesellschaft unterstützt und sehr geschätzt wird. An diesem Tag nehmen bis zu 600 Besucher aus Augsburg, München, Saarbrücken und Karmiel teil.

Wurm war von 2002 bis 2008 im Schmiechener Gemeinderat und Jugendbeauftragter der Gemeinde. Bis heute organisiert er Veranstaltungen in der gemeindlichen Halle sowie bei sich zuhause im Namen des Vereins „Stadluni“, dessen Mitbegründer er ist. Im Jahre 2012 hatten er und Mitinitiator Jonas Biet die Idee, eine „Universität für alle“ anzubieten. Aus der Überzeugung, jeder Mensch habe ein Talent und sei es noch so verborgen, wuchs ein Projekt, das nun auch Ableger weit über die Grenzen des Schmiechener Ortsteiles Unterbergen hat. Diese einzigartige Bildungseinrichtung, die anfangs 20 Studierende zählte, ist inzwischen auf über 700 Personen gewachsen. Bildung soll für alle zugänglich sein, unabhängig eines Abiturs. Lernen soll Spaß machen und Wissen soll ein Fenster zur Welt sein. Beheimatet ist die "Stadluni" in einem Stadel im Garten Ihrer Familie. Zu einer Vorlesung kommen im Schnitt rund 30 Personen. Die Dozenten kommen aus aller Herren Länder. Sogar Kinder finden an der "Stadluni" ihren Platz. Ebenso wichtig wie Bildung und Lehre ist an der "Stadluni" die persönliche Begegnung der Studierenden und Dozenten. Am Ende jeder Veranstaltung stehen meist Zeit für Gespräche, gemeinsames Essen und Musizieren.

Diese private „Talentuni“ wurde deutschlandweit zum Vorbild für ähnliche Bildungseinrichtungen. So ist in Augsburg die „Kelleruniversität Herrenbach“ entstanden. Auch in Oldenburg gibt es nun eine derartige Institution und in München wurde „eat and learn“ gegründet. Ein Unternehmen wurde sogar zur Einrichtung einer „Mittagspausen-Uni“ inspiriert.

Günter Wurm ist darüber hinaus ein sehr aktives Mitglied der Gruppierung PaarKult, das kulturelle Benefizveranstaltungen organisiert. Und auch im Asylhelferkreis in Schmiechen-Unterbergen ist er seit Beginn dabei und half tatkräftig bei der Integration der zugewiesenen Flüchtlinge. Der Schmiechener Bürgermeister Josef Wecker hat  diese Leistung besonders hervorgehoben.