Illegale Sammlung gebrauchter Gegenstände durch „ungarische Familie“

Das staatliche Abfallrecht und die kommunale Abfallwirtschaft informieren

Immer wieder findet man Wurfzettel im Briefkasten, mit denen eine „ungarische Familie“ eine Sammlung ankündigt, wie zum Beispiel für Montag, den 24.08.2020, in Sielenbach. Seit Jahren findet man diese Zettel nicht nur im Landkreis Aichach-Friedberg, sondern im gesamten süddeutschen Raum. „Wir nehmen alles, was Sie nicht brauchen“, steht über einer langen Liste gebrauchter Gegenstände, die diese „ungarische Familie“ sammeln möchte. Solche Sammlungen sind allerdings illegal. Dies erkennt man vielfach bereits daran, dass die Zettel anonym und/oder in schlechtem Deutsch verfasst sind.

Abfälle aus privaten Haushalten, also alle Gegenstände, die der Besitzer nicht mehr braucht und derer er sich deshalb entledigen will, müssen grundsätzlich dem zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger überlassen werden. So sieht es das bundesweite Kreislaufwirtschaftsgesetz vor. Einzige Ausnahme davon sind gemeinnützige oder gewerbliche Sammlungen von nicht gemischten, nicht gefährlichen Abfällen, wie beispielsweise Altkleider oder Altpapier. Solche Sammlungen müssen zuvor jedoch angezeigt und die ordnungsgemäße Verwertung nachgewiesen werden.

Bei der „ungarischen Familie“ handelt es sich allerdings keineswegs um einen Familienbetrieb, der aus wirtschaftlicher Not um Spenden bittet. Es ist vielmehr eine zumindest im süddeutschen Raum flächendeckend agierende Organisation, die eindeutig eine reine Gewinnerzielung anstrebt.

Deshalb werden bei illegalen Sammlungen häufig nur die werthaltigen Abfälle tatsächlich verwendet – der Rest wird einfach auf Parkplätzen oder in der freien Natur entsorgt. Auch sind auf der Liste einige Gegenstände aufgeführt, wie Elektrogeräte oder Altfahrzeuge, die als gefährlicher Abfall gesondert entsorgt werden müssen. Diese Hinterlassenschaften müssen daraufhin auf Kosten der Allgemeinheit beseitigt werden. Kann zurückverfolgt werden, wer die Abfälle erzeugt und für die Sammlung bereitgestellt hat, kann auch diese Person für die illegale Entsorgung belangt werden. Von einer Teilnahme an solchen Sammlungen wird deshalb ausdrücklich gewarnt.

Wer sich nicht sicher ist, wo sein Abfall hingehört, der kann sich zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes kostenlos bei der Abfallberatung unter der Telefonnummer 08251/86167-11 oder -18 über die richtige Entsorgung beraten lassen. Mit der Abfall-App oder auf der Website der Kommunalen Abfallwirtschaft kann man im Abfall-ABC die richtige Entsorgung auch selbst nachlesen.