Lebensretter und außergewöhnlich engagierte Ehrenamtliche - Landrat überreicht Auszeichnungen

Die Medaille „Patrona Bavariae“ überreichte Landrat Dr. Klaus Metzger an Silke Mittler, Thomas Winter und Stephan Körner aus Friedberg für eine Rettungsaktion. Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für im Ehrenamt tätige Männer und Frauen ging an Luise Sepp aus Kissing und an Paul Schapfl aus Todtenweis.

Veröffentlicht am 18.05.2018
Lebensretter und außergewöhnlich engagierte Ehrenamtliche - Landrat überreicht Auszeichnungen
Auszeichnungen an fünf verdiente Personen aus dem Wittelsbacher Land, überreicht durch Landrat Dr. Klaus Metzger (v. l.): Thomas Winter, Luise Sepp, Silke Mittler, Paul Schapfl und Stephan Körner (Bild © Landratsamt Aichach-Friedberg, Rebecca Utz).

Während eines Gottesdienstes in der Friedberger Wallfahrtskirche Herrgottsruh benötigte ein Mann plötzlich Hilfe. Er hatte Schnappatmung und ihm war Schaum aus dem Mund getreten, kurzzeitig war kein Puls mehr feststellbar. Stephan Körner machte Silke Mittler und Thomas Winter darauf aufmerksam, die an diesem Tag für den Messdienst, als Lektoren und Kommunionhelfer, eingeteilt waren. Während Mittler einen Notruf absetzte, begann Winter den Betroffenen mit einer „Herz-Lungen-Wiederbelebung“ zu reanimieren. Mittler hatte an ihrem Schlüsselbund eine Beatmungshilfe mitgeführt. Körner übernahm im Wechsel mit Winter die Herzdruckmassage. Während der Rettungsaktion mussten sich die Helfer gar gegen verbale Angriffe einiger Kirchenbesucher wehren. Der Puls setzte wieder ein, kurz darauf kam der Rettungsdienst dazu. Winter unterstützte diesen, indem er die Defibrillator-Elektroden aufklebte. Nach zwei ausgelösten Impulsen setzte der Herzschlag wieder ein. Der Rettungsdienst brachte die Person ins Zentralklinikum Augsburg. Für diesen beherzten, lebensrettenden Einsatz wurden die drei Helfer vom Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko für eine Ehrung vorgeschlagen. Landrat Dr. Klaus Metzger überreichte nun die Medaille „Patrona Bavariae“ des Bayerischen Ministerpräsidenten und überbrachte die öffentliche Anerkennung des schwäbischen Regierungspräsidenten.

Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für im Ehrenamt tätige Frauen und Männer überreichte der Landrat an Luise Sepp aus Kissing und Paul Schapfl aus Todtenweis.

Frau Sepp leitet seit dem Jahr 2000 die Behindertengruppe „Miteinander Füreinander“ in Mering. Zuvor war sie Pächterin des Vereinsheimes in Mering St.-Afra, wo sich dieser Kreis bereits monatlich traf. Sie selbst hatte zu dieser Zeit keine persönlichen Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung. Als die damalige Leiterin vor 17 Jahren aus beruflichen Gründen die Leitung abgab, erklärte sich Sepp ohne Zögern bereit, diese zu übernehmen – allerdings nur vorübergehend. Aus dieser Aushilfstätigkeit wurden viele Jahre der aufopferungsvollen Arbeit für Menschen mit Behinderung.

Die Gruppe trifft sich monatlich zu einer Nachmittagsrunde mit rund 20 Personen aller Altersgruppen aus Mering und den umliegenden Gemeinden. Organisation und Ablauf der Treffen werden von Frau Sepp akribisch vorbereitet und mit Hilfe ihres Mannes durchgeführt. Darüber hinaus gibt es Geburtstags- und Weihnachtsfeiern, Bastelnachmittage, Tagesausflüge und Gottesdienste. „Sie, liebe Frau Sepp, halten die Gruppe zusammen“, so der Landrat. „Sie haben ein Auge dafür, wo Hilfe benötigt wird und kümmern sich liebevoll um die Gruppenmitglieder, insbesondere bei Sorgen und Nöten. Besonders zu erwähnen sei, dass Luise Sepp zusammen mit ihrem Mann den Fahrdienst für die Teilnehmer – teilweise Rollstuhlfahrer – mit dem eigenen PKW übernimmt.

Daneben war Luise Sepp von 2006 bis 2016 erste Vorsitzende des Schützenvereins Auerhahn Mering-St. Afra, organisierte regelmäßig die Ausrichtung von Gau-, Vereins- und Marktmeisterschaften. „Mit ihrem Engagement und ihrer bescheidenen Art sind Sie ein echtes Vorbild!“, schloss Metzger.

Paul Schapfl aus Todtenweis-Sand ist seit 43 Jahren Mitglied der Schützengesellschaft Gemütlichkeit Todtenweis und seit 37 Jahren in der Vorstandschaft aktiv. Als erster Sportleiter und Jugendleiter organisiert, plant und koordiniert er sämtliche Schießveranstaltungen für Schüler und Jugendliche. Er übernimmt Fahrdienste zu Wettkämpfen auf Vereins- und Gauebene. Schapfl begleitet die Jugendlichen, indem er mit ihnen mehrmals wöchentlich trainiert. Er organisiert für den Vereinsnachwuchs regelmäßig Freizeitveranstaltungen, wie Grill- und Bowlingabende oder Kinobesuche. Die Altpapiersammlung des Vereins, deren Ertrag wiederum der Jugendarbeit zugute kommt, führt er mehrmals im Jahr zusammen mit den Kindern und Jugendlichen durch.

„Ihnen, verehrter Herr Schapfl ist es zu verdanken, dass die Schützengesellschaft Gemütlichkeit Todtenweis bislang keinerlei Nachwuchssorgen hat und stetigen Mitgliederzuwachs verzeichnen kann“, würdigt der Landrat. Mit Aktionen wie Schnupperschießen, Schülerrunden, Jugendcups, Lichtgewehrschießen und Dreistellungskampf weckt er bei Kindern und Erwachsenen die Begeisterung für den Schießsport. Auf Schapfls Initiative hin bietet die Schützengesellschaft Todtenweis als einziger Verein im gesamten Gau auch Armbrustschießen an. Schapfl sei ein allseits geschätzter Vereinskollege, der über Jahrzehnte hinweg unermüdlich Jugendarbeit betreibe.