Lorenz Luidl: Bildschnitzkunst aus Mering - aus "Altbayern in Schwaben 2016"

"Altbayern in Schwaben" heißt die Jahrbuchreihe des Landkreises, in der sich ehrenamtliche Autoren mit heimatgeschichtlichen Themen aus dem Wittelsbacher Land befassen. Während der Sommerferien stellen wir hier die zehn Artikel aus dem Band 2016 in Kurzbeiträgen vor.

Veröffentlicht am 11.08.2017
Lorenz Luidl: Bildschnitzkunst aus Mering - aus "Altbayern in Schwaben 2016"
Der heilige Konstantin in der Kirche von Hörmannsberg (Bild: Pia Wernthaler).

"In der ländlichen Bildschnitzkunst des bayerischen Barock nimmt das Werk Lorenz Luidls eine singuläre Stellung ein", schreibt Dr. Gerd Michael Köhler in seinem Beitrag. Lorenz Luidl aus Mering (um 1645–1719) verleugnet einerseits nicht seine Herkunft aus der Weilheimer Schule, nimmt in der Folge andere Einflüsse aus dem altbayerischen Raum auf und entwickelt eine neue, ausgeprägte, unverwechselbare Eigenart. Mag man diese Eigenart mit Worten zu beschreiben suchen, mag man sie an bestimmten, immer wiederkehrenden Einzelmerkmalen festmachen wollen: aus all dem wird sie letztlich nicht greifbar. Erfahrbar wird sie nur im unmittelbaren Betrachten der einzigartigen Figuren und dem Aufnehmen ihrer Wirkung ins eigene Innere.

Lorenz Luidl hat, gleich den späteren großen Rokokomeistern wie Egid Quirin Asam oder Ignaz Günther, Volkstümlichkeit in ihrem besten Sinn zur Kunst erhoben und sich selbst vom zunftgebundenen Handwerker zum Künstler. Er zählte sicher zu den besten süddeutschen Bildschnitzern seiner Zeit und konnte sich, wie etwa die beiden im Bayerischen Nationalmuseum in München gezeigten, wohl für eine Hofkirche geschaffenen Skulpturen beweisen, qualitativ jederzeit mit Hofkünstlern messen. Ungeachtet der lediglich regionalen Bedeutung, die ihm die Mehrheit der Stimmen in der Kunstgeschichtswissenschaft bislang zuerkennt, hat er jedenfalls den genannten Großmeistern der folgenden Generation vorweggenommen, dass seine Kunst nicht allein dem Ideal der Schönheit dienen will, sondern mitten ins Herz des Betrachters zielt und es auch tatsächlich erreicht. Und so sei folgendes treffliche Wort Wilhelm Neus, des wohl besten Luidl-Kenners, an das Ende dieses Überblicks gestellt: Nicht selten gelingen aber gerade Lorenz Luidl in allen Perioden seines Schaffens Werke von liebenswerter Originalität, edler Schönheit und urwüchsiger Kraft, so dass ihm zu Recht ein hervorragender Platz unter den großen Bildhauern des süddeutschen Barock gebührt.

Der komplette Beitrag ist erschienen im Band 2016 der Reihe „Altbayern in Schwaben“. Dieser ist im örtlichen Buchhandel oder im Landratsamt Aichach-Friedberg erhältlich. Dort gibt es auch Restbestände der vorhergehenden Jahrgänge.