Nein zu Gewalt an Frauen: Anlaufstelle für Betroffene im Landkreis

Gewalt gegen Frauen in Deutschland ist so vielfältig, wie bestürzend. Für Betroffene im Landkreis Aichach-Friedberg bietet Gleichstellungsbeauftragte Beate Oswald-Huber im Landratsamt eine Anlaufstelle.

Veröffentlicht am 27.11.2017
Nein zu Gewalt an Frauen: Anlaufstelle für Betroffene im Landkreis
Die Gleichstellungsbeauftragte Beate Oswald-Huber ist Ansprechpartnerin für Frauen, die in unterschiedlicher Art Gewalt erleiden müssen. Im Landratsamt bietet sie persönlich und telefonisch eine Anlaufstelle für Betroffene und informiert mit einem frisch überarbeiteten Flyer (Bild Landratsamt Aichach-Friedberg, Wolfgang Müller).

Aichach, 27. November 2017


Immer wieder melden sich Frauen telefonisch bei ihr oder bitten um einen Gesprächstermin, um über das Geschehene zu reden und sich über Hilfsangebote zu informieren. Nicht selten ist sie die erste Person, der sich betroffene Frauen anvertrauen: „Schlagen, treten, beleidigen, demütigen, grapschen, vergewaltigen, isolieren, Geld verweigern, erniedrigen – diese Auflistung ließe sich ohne langes Nachdenken noch um viele Begriffe erweitern.“

Jahr für Jahr erinnert der weltweite Aktionstag am 25. November an das hohe Ausmaß von Gewalt gegen Frauen. Ein Tabuthema nach wie vor auch in Deutschland: Jede dritte bis vierte Frau ist betroffen. Viele schweigen aus Angst und Scham, aber auch das Umfeld schaut oftmals weg.

Eine Reihe von Institutionen, Verbänden und Prominenten zeigt sich an diesem Tag solidarisch mit Betroffenen und bestärkt sie darin, einen ersten Schritt zu wagen – weg aus der Gewalt, in ein neues Leben. „Betroffene sollen wissen, dass sie auf dem Weg aus der Gewalt nicht allein sind und dass es Unterstützungsangebote gibt“, so Oswald-Huber. Als Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Aichach-Friedberg sei es ihr ein großes Anliegen, dass Frauen darüber informiert sind. Dazu gibt es ab sofort einen frisch überarbeiteten Informationsflyer aus dem Gleichstellungsbüro. Verteilt werden soll er über die vielen Netzwerkpartner sowie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.

Frauen sind von Gewalt mehr bedroht, als durch andere Gewaltdelikte – häufig erleben Frauen Gewalt in einem familiären, damit bekannten und sehr persönlichen Umfeld. Rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren haben mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch Beziehungspartnerinnen und Beziehungspartner erlebt. Dies zeigt die 2004 veröffentlichte repräsentative Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“. Zu einem vergleichbaren Ergebnis für Deutschland kommt auch die im März 2014 veröffentlichte repräsentative Studie der Europäischen Grundrechteagentur zum Ausmaß von Gewalt gegen Frauen in Europa. Von der Gewalt im häuslichen Umfeld sind nicht allzu selten auch Kinder, wenn auch nur indirekt betroffen. Aus diesem Grund sind auch einige wichtige Kontaktadressen für Kinder und Jugendliche aufgeführt.

„Gewalt gegenüber Frauen ist kein Kavaliersdelikt und auch keine private Angelegenheit. Es ist ein aggressiver Angriff auf einen Menschen, der unter der Gewalterfahrung massiv leidet. Tatenlos zu bleiben und wegzuschauen ist die schlechteste Entscheidung“, sagt Beate Oswald-Huber. Ihr Appell an alle: „Schauen und hören Sie nicht weg, sondern werden Sie aktiv!“.