PFC-Belastung: Bisherige Proben ohne Auswirkung

Fachstellen im Landratsamt untersuchen

Perfluorierte Chemikalien (PFC) wurden über Jahrzehnte viel in industriellen Prozessen und Verbraucherprodukten eingesetzt. Mittlerweile ist das stark eingeschränkt. Jedoch sind PFC schwer abbaubar und deshalb lange in der Umwelt und in der Nahrungskette nachweisbar. Die PFC-Belastung von Wasser, Boden und Fischen im Landkreis Aichach-Friedberg sowie mögliche gesundheitliche Auswirkungen werden derzeit untersucht. Die bisherigen Probenergebnisse geben keinen Anlass für eine Warnung.

Mehrere Fachbereiche im Landratsamt befassen sich mit dem Thema „PFC“. Seit Januar gibt es dabei auch intensiven Austausch mit den Fachbehörden wie dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), der Fischereifachberatung des Bezirks Schwaben, dem Wasserwirtschaftsamt und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Einige Proben wurden bereits veranlasst, weitere folgen noch. Keines der bisherigen Probenergebnisse lag in einem Bereich, der eine Warnung oder eine sonstige Maßnahme erforderlich gemacht hätte. Dies gilt sowohl für den Verzehr von Fischen, als auch für das Trinkwasser. Baden ist ebenfalls bedenkenlos möglich.

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth hat aus dem Verlorenen Bach bzw. im weiteren Verlauf aus der Friedberger Ach Wasserproben entnommen sowie eine Beprobung von Grundwasser und Oberflächengewässern im Umfeld des Flughafens Augsburg-Mühlhausen durchgeführt. Im Ergebnis ist der für das Grundwasser maßgebliche Schwellenwert deutlich unterschritten, die einschlägige Umweltqualitätsnorm für Oberflächengewässer ist hingegen jeweils überschritten. Daraufhin wurden verschiedene Fachstellen im Landratsamt mit eingebunden.

Laut dem Gesundheitsamt könnte PFC möglicherweise die menschliche Gesundheit schädigen, wenn sie in entsprechender Menge über den Magen-Darm-Trakt in den Körper aufgenommen werden. Der PFC-Gehalt im Trinkwasser ist also für den Menschen von Bedeutung, während eine Aufnahme durch Hautkontakt mit Badewasser keine Rolle spielt. Für das Trinkwasser gibt es vom Umweltbundesamt definierte Leitwerte mit sehr großen Sicherheitsspannen, unterhalb derer keine Gesundheitsgefahr besteht. In unserem Landkreis haben mehrere Grund- und Trinkwasserproben ergeben, dass diese Leitwerte für Trinkwasser deutlich unterschritten wurden. Das Trinkwasser kann daher bedenkenlos konsumiert werden.

Das Veterinäramt befasst sich mit den Fischen aus PFC-belasteten Gewässern. Mitte Januar wurden aus zwei Aquakulturen im Landkreis Fische zur Beprobung entnommen. Es konnte keine PFC-Belastung nachgewiesen werden. Anfang Juli 2020 wurden, in Zusammenarbeit mit der Fischereifachberatung Schwaben, rund 30 Fische aus der Friedberger Ach beprobt. Entnommen wurden Bachforellen und Aiteln, auf Höhe der A8 und in Kissing. Bei Bachforellen handelt es sich um eine in das Gewässer eingesetzte Art, Aiteln kommen natürlich vor. So kann ggf. abgeschätzt werden, inwieweit sich die Aufenthaltsdauer eines Fisches in einem belasteten Gewässer auf die PFC-Belastung des Fisches auswirkt. Die Untersuchung der Proben wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Eine Beprobung der Fische aus den Mühlhauser Seen ist für August geplant.

Woher die PFC-Belastung überhaupt kommt, dieser Frage will die sogenannte „Historische Erkundung“ auf den Grund gehen. Diese führt die Fachstelle im Landratsamt in Abstimmung mit dem Umweltamt der Stadt Augsburg durch. Sie wird voraussichtlich im Herbst 2020 abgeschlossen sein. Bislang gibt es keine konkreten Anhaltspunkte für eine Verursachung der PFC-Belastung der Gewässer durch den Flughafen Mühlhausen oder andere im betroffenen Bereich gelegenen Nutzungen oder Altlastenverdachtsflächen.