Spätsommer nutzen und mit optimierter Heizung ab Herbst Kosten und CO²-Emissionen sparen

80 Prozent der Heizungen schlecht eingestellt / Mit optimierter Heizung 430 Euro pro Jahr sparen / 30 Prozent Zuschuss vom Staat noch bis zum Jahr 2020

Veröffentlicht am 22.08.2019
Spätsommer nutzen und mit optimierter Heizung ab Herbst Kosten und CO²-Emissionen sparen
Bild (© www.co2online.de / Alois Müller)

Der Sommer ist zwar noch nicht zu Ende. Aber für viele Hauseigentümer im Landkreis dürfte sich ein Blick in den Heizungskeller schon jetzt lohnen. Denn etwa zwei Drittel der rund 21 Millionen Heizungen in Deutschland sind veraltet. Außerdem sind etwa 80 Prozent der Anlagen laut Branchenverband nicht optimal eingestellt. Das bedeutet für den anstehenden Winter jede Menge unnötige Kosten und CO2-Emissionen.

Hauseigentümer sollten daher den Spätsommer nutzen, um ihre Heizanlage zu prüfen – und für den nächsten Winter gerüstet zu sein. Wer seine Heizung optimiert, erhält noch bis zum Jahr 2020 attraktive 30 Prozent Zuschuss vom Staat. Kompetente Unterstützung dabei bietet die Energieberatung des Landratsamtes Aichach-Friedberg.

Wie die Kampagne „Meine Heizung kann mehr“ (www.meine-heizung.de ) der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online mitteilt, muss es nicht immer ein neuer Heizkessel sein. In vielen Fällen kann eine Heizanlage einfach optimiert werden. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus lassen sich so bis zu 430 Euro pro Jahr sparen. Für das Optimieren gibt es verschiedene Wege.

Hydraulischer Abgleich – Sparpotenzial: 90 Euro pro Jahr

Beim hydraulischen Abgleich stellt der Handwerker die Heizung so ein, dass die Heizwärme dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Das erhöht den Wohnkomfort und spart Heizkosten. Ob ein Abgleich sinnvoll ist, können Verbraucher mit dem kostenlosen Online-Rechner auf www.meine-heizung.de/wärmecheck herausfinden. Nach Abzug der Förderung kostet ein Abgleich im Schnitt 690 Euro. Die Ersparnis in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus liegt bei rund 90 Euro pro Jahr.

Alte Thermostate tauschen – Sparpotenzial: 150 Euro pro Jahr

Thermostatventile gelten als die am häufigsten unterschätzten Teile der Heizungsanlage. Wegen veralteter Thermostate geht oft eine Menge Energie verloren. Als Faustregel gilt: Thermostate sollten ersetzt werden, wenn sie älter als 15 Jahre sind. In einem Einfamilienhaus lassen sich durch den Wechsel zu elektronischen Thermostaten im Schnitt rund 150 Euro pro Jahr sparen.

Heizungspumpe tauschen – Sparpotenzial: 100 Euro pro Jahr

Alte Heizungspumpen laufen stets mit der gleichen Drehzahl anstatt sich dem tatsächlichen Bedarf anzupassen. So verbrauchen sie 80 Prozent mehr Strom als nötig. Mit einer Hocheffizienzpumpe sinken die Stromkosten deutlich: um durchschnittlich rund 100 Euro pro Jahr. Ein Pumpenaustausch kostet dank 30-Prozent-Förderung in einem Einfamilienhaus im Schnitt etwa 300 Euro. Ob sich ein Pumpentausch rechnet, zeigt ein Online-Rechner auf www.meine-heizung.de/pumpencheck .

Heizungswasser entgasen – Sparpotenzial: 90 Euro pro Jahr

Egal ob Blubbern oder Pfeifen – wenn Heizkörper Geräusche machen, sollten Hausbesitzer handeln. Denn das zeigt, dass sich zu viel Luft im Heizungswasser befindet. Dadurch läuft die Anlage nicht mehr effizient, die Kosten steigen. Deshalb sollte Heizwasser entgast werden. Wer das nicht immer wieder per Hand machen will, kann technische Hilfsmittel dafür einbauen lassen. Pro Jahr lassen sich in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus rund 90 Euro sparen.

Für die Rechenbeispiele wurde ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 125 m2 Wohnfläche und Baujahr 1983 sowie eine Erdgas-Zentralheizung und ein Heizenergieverbrauch vor der Maßnahme von 19.000 Kilowattstunden (kWh) angenommen.

Weitere Infos zum Optimieren der Heizung, den einzelnen Wegen und zur Förderung gibt es in der Ausstellung „umweltbewusstes Heizen mit erneuerbaren Energien“ vom 10.9.2019 bis 11.10.2019 im Landratsamt in Aichach. Im Rahmen der Bayerischen Klimawoche vom 09.09.2019 bis 13.09.2019 werden weitere Veranstaltungen durch die Partner des Modernisierungs-bündnisses Wittelsbacher Land angeboten. Das Programm zur Klimawoche finden Sie im Internet unter www.lra-aic-fdb.de/klimaschutz .

Die monatliche kostenlose Energiesprechstunde im Landratsamt in Aichach ist am 19.09.2019. Anmeldung unter 08251 92 232  bzw. über Internet www.lra-aic-fdb.de. Telefonische Energieberatung von Mo - Do von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr und am Freitag von 8.00 Uhr bis 12:00 Uhr unter 08251 92 4814.