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Blaualgen im Uferbereich von Derchinger Baggersee und Afrasee 2

25.06.2024

In Proben aus dem Baggersee in Derching und dem Afrasee 2 in Friedberg wurde bei der Laboranalyse die Blaualge Tychonema festgestellt. Im Uferbereich waren rötlich-braune Verklumpungen aus Pflanzenresten zu sehen. Die Proben wurden am Montag (24. Juni) vom Gesundheitsamt entnommen. Das Labor des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat heute darin das Cyanobakterium nachgewiesen.

An beiden Seen sollen sich Kleinkinder und Hunde nicht im Uferbereich aufhalten, rät das Gesundheitsamt. Ein allgemeines Badeverbot ist nicht notwendig, auch für Wassersportler stellen diese Bakterien keine Gefahr da. Die Situation am See wird weiter beobachtet.

Erstmals nachgewiesen wurde die exotische Blaualgengattung „Cyanobakterium tychonema“ am Mandichosee im Sommer 2019.

Zum Hintergrund:

Die Blaualgengattung Tychonema wächst bevorzugt an Oberflächen – also am See- und Ufergrund, an Wasserpflanzen, an herumtreibenden Pflanzenteilen oder anderem Treibgut wie Stöckchen, Ästen etc. Tychonema stellt ein Nervengift mit der Bezeichnung Anatoxin A her. Bei einer Massenvermehrung bildet sie rötlich-braune Teppiche, die gut zu erkennen sind. Innerhalb dieser roten Teppiche kann der Anatoxin-Gehalt recht hoch sein. Im freien Wasser dagegen wächst Tychonema nicht, dort wurde auch noch nie Anatoxin nachgewiesen. Anatoxin A kann zu Nervenausfällen, Krämpfen und schließlich zum Atemstillstand führen. Für eine solche Vergiftung müsste ein Mensch jedoch klumpenweise rote Tychonemateppiche verschlucken. Bloßer Hautkontakt stellt keine ernsthafte Gesundheitsgefahr dar, könnte allenfalls zu Hautirritationen führen. Der normale Schwimmer und Wassersportler ist demnach nicht gefährdet, weil er nicht Unmengen an „Schmodder“ und Pflanzenresten vom Seegrund oder Ufer zu sich nimmt.

Bei Massenvermehrung von Tychonema sehr wohl gefährdet sind eben aus diesem Grund jedoch Kleinkinder und Hunde. Beide halten sich überwiegend im flachen Uferbereich auf, wo durch Anschwemmgut und die Nähe zum Seegrund engerer Kontakt zu Anschwemmgut und Tychonemateppichen besteht. Zudem nehmen sie gerne Dinge in den Mund bzw. ins Maul und haben ein geringeres Körpergewicht als ein erwachsener Mensch.

Kleinkinder und Hunde sollten sich deshalb bei einer Tychonema-Massenvermehrung nicht im Uferbereich aufhalten. Selbst wenn mit bloßem Auge keine Teppiche sichtbar sind, sollten sie nicht aus dem See trinken oder Anschwemmgut in den Mund nehmen. Viele Hunde fühlen sich zudem von am Ufer treibenden Stöckchen und von Wasserpflanzenansammlungen geruchlich angezogen und neigen dazu, diese ins Maul zu nehmen.

Zum Thema „Blaualgen“ gibt es hier eine ausführliche Information.