Vorsorgevollmacht

Sie erhalten hier Informationen zu folgenden Themen:

Vorsorgevollmacht

Jeder Mensch kann durch einen Unfall, eine Krankheit oder altersbedingt in die Lage kommen, nicht mehr selbst handeln oder Entscheidungen für sich selbst treffen zu können. Weitverbreitet ist die falsche Annahme, dass dann automatisch Angehörige wie z. B. Ehepartnerin oder Ehepartner oder auch Kinder vertreten dürfen. Dass man als volljähriger Mensch nur für sich selbst oder die eigenen minderjährigen Kinder handeln darf, ist oft nicht bekannt.

Es ist wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema Vorsorgevollmacht auseinanderzusetzen und  sich bewusst zu entscheiden.

Falls nicht durch eine Vollmacht Vorsorge getroffen wurde, muss beim Auftreten einer Vertretungserforderlichkeit eine rechtliche Betreuung eingerichtet werden. Eine rechtzeitig an eine Vertrauensperson erteilte und vollumfängliche Vorsorgevollmacht kann diese rechtliche Betreuung in der Regel vermeiden.

Mit der Vollmacht wird einer anderen Person das Recht zur Vertretung in den genannten Aufgabenkreisen erteilt. Das Schriftstück ist nur gültig, wenn es im Original vorgelegt werden kann. Eine Vollmacht erteilen können ausschließlich volljährige Personen, welche im Vollbesitz der geistigen Kräfte sind und die Tragweite ihrer Unterschrift begreifen. Es ist wichtig zu seinen Bevollmächtigten absolutes Vertrauen zu haben, denn es gibt -anders wie bei der rechtlichen Betreuung- kein Kontrollorgan. Es wird empfohlen, die Vorsorgevollmacht jederzeit widerrufbar und ohne Bedingungen zu erteilen.

Es werden viele Musterformulare angeboten. Die Betreuungsstelle des Landratsamtes empfiehlt das Vollmachts-Formular in der Broschüre des Bayer. Staatsministeriums der Justiz   „Vorsorge für Unfall Krankheit Alter“  Die Broschüren ist auch im Buchhandel zum Preis von 5,90 € erhältlich. Sie steht auch als pdf-Vorlage auf der Internetseite des Ministeriums www.bestellen.bayern.de zum Ausdruck zur Verfügung.

Vorsorgevollmachts-Formulare in verschiedenen Fremdsprachen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

Beglaubigung

Eine öffentliche Beglaubigung von Vorsorgevollmachten ist durch die Betreuungsstelle des Landratsamtes oder durch eine Notarin oder einen Notar möglich und führt zu mehr Akzeptanz im Geschäftsverkehr. Zwingend erforderlich ist diese öffentliche Beglaubigung, wenn mit der Vorsorgevollmacht Immobiliengeschäfte getätigt werden sollen, Erbausschlagungen möglich sein sollen oder Eintragungen im Handelsregister erforderlich werden könnten.

Für die Beglaubigung durch die Betreuungsstelle muss pro Vollmachtsexemplar eine Gebühr von 10 € entrichtet werden.

Eine Terminvereinbarung für die Beglaubigung ist erforderlich. Wenden Sie Sie hierfür an folgende Mitarbeiterinnen: Frau Schneider 08251 92-256, Frau Manlik-Thierauf 08251 92-286, Frau Förch 08251 92-266.

Patientenverfügung

Nicht mit einer Vorsorgevollmacht verwechselt werden sollte die Patientenverfügung.

Eine Patientenverfügung ist schriftlich abzufassen und beinhaltet im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht keine Vertretungsbefugnis für andere Menschen. Sie ist eine reine Willenserklärung, welche medizinischen Behandlungen gewünscht werden bzw. welche medizinischen Maßnahmen in bestimmten Situationen nicht mehr durchgeführt werden sollen.

Die bevollmächtigte Person einer Vorsorgevollmacht bzw. die/der bestellte rechtliche Betreuerin/Betreuer hat dafür zu sorgen, dass die Patientenverfügung entsprechend beachtet wird.

Für Fragen zum Inhalt einer Patientenverfügung wird eine medizinische Beratung empfohlen. Hier ist zu beachten, dass dies keine kassenärztliche Leistung ist.

Es empfiehlt sich, die Patientenverfügung von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob sie noch dem persönlichen Willen entspricht.

Falls eine Patientenverfügung nicht errichtet worden ist oder diese nicht auf die konkrete Krankheitssituation anwendbar ist, muss – soweit möglich – der mutmaßliche Wille einer Person ermittelt werden. Aus diesem Grunde sollte mit Vertrauenspersonen und nächsten Angehörigen über die in der Patientenverfügung enthaltenen Wünsche gesprochen werden, damit im Vertretungsfalle über ärztliche Maßnahmen und medizinische Therapien besser entschieden werden kann.