Erfassung und Erhaltung alter Apfel- und Birnensorten im nördlichen Schwaben

IMG_4958.JPG

Bild: Stefan Gerstorfer

Streuobsterfassung Flyer

Newsletter Nr. 1 Januar 2017

Abschlussbericht Kartierung Donautal 2013-2015

Karte Sortenkartierung Schwäbisches Donautal 2014

 

Vor mehr als 200 Jahren waren allein in Bayern über 1500 Apfel- und Birnensorten verbreitet. Davon befinden sich 30 – 40 Sorten im Handel; 20 haben eine wirtschaftliche Bedeutung; im Einzelhandel sind es lediglich noch fünf bis sechs Sorten. 1868 werden für Schwaben u.a. Apfelsorten wie Sommerrabau und Winterquittenapfel oder Birnensorten wie Colomas Herbstbutterbirne und Wildling von Motte empfohlen. Sorten, die heute als verschollen gelten oder stark gefährdet sind.

Unter der Federführung des Monheimer Alb - AltmühlJura e. V. planen die Landkreise Neu-Ulm, Teile des Landkreises Augsburg, der gesamte Landkreis Donau-Ries und der Landkreis Aichach-Friedberg die Streuobsterfassung in Schwaben zu komplettieren. Unterstützt werden sie dabei durch Mittel aus dem Programm „LEADER“, die den Regionen über die sogenannten Lokalen Aktionsgruppen (LAGn) wie z.B. dem Wittelsbacher Land Verein zur Verfügung gestellt werden. In den Allgäuer Landkreisen, im Landkreis Lindau, Günzburg und Dillingen ist diese Erfassung in den vergangenen Jahren schon durchgeführt worden.

Die Streuobstbestände mit ihren zahlreichen alten Apfel- und Birnensorten sind Teil unserer Kulturlandschaft. Diese Sortenvielfalt ist ein bedeutendes genetisches Erbe. Ohne unser Engagement kann sie nicht überdauern. Denn alte Sorten sind erhaltenswert. Sie nutzen uns auch heute noch: in der Züchtung, bei der Verwertung oder beim naturschonenden Anbau. So wurde gleich zu Beginn dieses Projekts die verschollene Apfelsorte Henzens Parmäne wieder entdeckt. Nur durch eine Suche in den Beständen der Region können vergessene Sorten wieder aufgefunden und für die Zukunft genutzt werden. Deshalb erfassen wir im Rahmen des Projektes alte Apfel- und Birnbäume, bestimmen, beschreiben und dokumentieren sie. Die gefährdetsten regionaltypischen Kernobstsorten werden in der Versuchsstation für Obstbau in Schlachters erhalten. Das Projekt ist auf vier Jahre von 2016 bis 2019 angelegt. Die Erfassung in unserem Landkreis Aichach-Friedberg erfolgt erstmals im Herbst 2017 und wird in den Folgejahren fortgesetzt.

Für weitere Informationen kommen Sie gerne zur Veranstaltung des Wittelsbacher Land Verein "Regionalkonferenz Wittelsbacher Land" u. a.  mit unserem Projektbearbeiter, dem Pomologen Hans-Thomas Bosch, am 25.09.2017 ab 18.00 Uhr im Landhausbräu Koller in Hergertswiesen/Eurasburg.

 

 

 

 

Förderhinweis_LEADER und Wila_0616.png