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Nachhaltiges Lernen auf dem Erlebnisbauernhof

10.07.2024

Grundschule Ottmaring vertieft Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Wilpersberg.

Bild (© Heidi Wedelich)

Über 80 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ottmaring besuchten kürzlich den Bio-Erlebnisbauernhof der Familie Kreppold in Wilpersberg. Dieser Ausflug bot ihnen die Gelegenheit, ihr Wissen über gesunde Böden und ökologische Zusammenhänge in der Praxis zu vertiefen. Die Mitarbeiterinnen des Bildungsbüros Luna Winter und Eva Rösch freuten sich über die rege Teilnahme am Förderprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Bildungsregion Wittelsbacher Land.

Bei einer Führung, bei der die Kinder die Tiere des Hofes hautnah erlebten, konnten sie auch erfahren, wie Laufenten auf natürliche Weise das Schneckenproblem lösen ohne dabei in den natürlichen Kreislaufeinzugreifen. „Die Enten sind wie unsere kleinen Helfer im Garten“, erklärte Frau Kreppold den neugierigen Schülerinnen und Schülern.

Besonders beeindruckend: Das Bienenhotel

Besonders beeindruckt waren die Kinder vom Wildbienenhotel, wo sie lernten, dass die äußerst friedlichen Wildbienen, von denen es über 500 Arten gibt, keinen richtigen Stachel haben und ungefährlich für den Menschen sind, aber eine entscheidende Rolle als Bestäuber spielen. „Ohne die Wildbienen hätten die Pflanzen Schwierigkeiten, Früchte zu tragen. Sie sind in der Bestäubung der Pflanzen äußerst effektiv, stellen aber keinen Honig her“, betonte auch ihre HSU-Lehrkraft Frau Wedelich, während sie zusammen mit der Bio-Bäuerin zeigte, wie sich die Bienen in ihrem Hotel einnisten.

Nach dieser spannenden Einführung konnten die Kinder mit Hasen und Meerschweinchen kuscheln und lernten anschließend die Eierfarbe der Hühner anhand ihrer Ohrläppchen zu identifizieren. Sie beobachteten außerdem, wie die Hühner mit ihrem großen Auslauf aktiv gegen schädliche Milben vorgehen und sich frei bewegen können.

Ein weiteres Highlight war das Füttern der Bergziegen und der Besuch bei den Kühen, deren beeindruckend lange Zungen die Kinder zum Lachen brachten: „Die Zungen der Kühe sind fast so lang wie eure Arme!“, rief ein aufgeregter Schüler aus. Sie lernten, wie die Ausscheidungen der Kühe ein perfektes Düngemittel darstellen. Die Schwalben am Hof fressen die Fliegen, was den Kühen hilft, sich nicht mit diesen Störenfrieden herumschlagen zu müssen.

Viele Aha-Effekte

Im zweiten Teil des Ausflugs ging es auf die Felder, wo viele Aha-Effekte auf die Schulklassen warteten. Die Kinder entdeckten, dass ein gesunder Boden an der Vielzahl von Regenwürmern zu erkennen ist – etwa 400-600 Stück pro Quadratmeter. Diese Erkenntnisse hatten sie bereits durch eigene Experimente im Klassenzimmer gewonnen, wo sie ein Regenwurmhaus betrieben und beobachteten, wie die Regenwürmer abgestorbenes Material beseitigen und Gänge bauen.

Eine weitere Lehreinheit war das Thema Dünger. Eine vielfältige Flora gedeiht nur auf ungedüngtem Böden. „Es ist erstaunlich zu sehen, wie sich die Natur selbst reguliert, wenn wir sie in ihrem natürlichen Zustand belassen“, kommentierte die Lehrkraft, während sie mit den Kindern über die Bedeutung des ökologischen Gleichgewichts sprach. „Dies kommt auch den Insekten zugute, da sie dort mehr Nahrung finden als auf stark gedüngtem Grasland“.

Möglich ist das Programm „Erlebnis Bauernhof“ durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das Schülerinnen und Schülern in Bayern ein kostenfreies Lernprogramm auf einem Bauernhof anbietet. Oft ist aber der Weg der Schule zum außerschulischen Lernort eine viel größere Hürde, an derartigen Exkursionen teilzunehmen. Dank der Unterstützung des Bildungsbüros, das die Anreisekosten übernahm, wird ein solcher Ausflug in einem Flächenlandkreis wie dem Wittelsbacher Land überhaupt erst möglich. Das Landratsamt Aichach-Friedberg unterstützt Schulen bei der Umsetzung und Durchführung von nachhaltigen Projekten durch die Förderrichtlinie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). So wird gewährleistet, wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten für eine nachhaltige Zukunft zu erwerben. Diese praktische Erfahrung hilft Schülerinnen und Schülern, die Bedeutung ökologischer Verantwortung besser zu verstehen und aktiv zu leben.

Weitere Informationen und Kontakt

Weitere Informationen zur Förderrichtlinie gibt es auf der homepage des Landratsamtes [https://lra-aic-fdb.de/service/formulare/bildungsbuero-formulare/] oder bei den Mitarbeiterinnen des Bildungsbüros Luna Winter und Eva Rösch unter bildungsbuero@lra-aic-fdb.de.

Über die Grundschule Ottmaring

Die Grundschule Ottmaring engagiert sich aktiv für die Bildung ihrer Schülerinnen und Schüler im Bereich nachhaltige Entwicklung und fördert durch praktische Erlebnisse das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und eine enkeltaugliche Zukunft. Alle Lehreinheiten werden im Vorfeld während des Unterrichts besprochen und in Stationen eindrücklich vorbereitet. Der Ausflug wird von zahlreichen selbst erstellten Ausstellungen im Schulhaus begleitet.