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Runder Tisch „Häusliche Gewalt“

05.05.2022

Nach zwei Jahren trifft sich der Runde Tisch wieder in Präsenz.

Bild (© Landratsamt Aichach-Friedberg, Teresa Wörle): Im Sitzungssaal des Landratsamtes kam der runde Tische „Häusliche Gewalt“ erstmals nach zwei Jahren wieder in Präsenz zusammen.

Zwei Jahre lang übte sich der Runde Tisch „Häusliche Gewalt“ in Vorsicht und blieb ausschließlich digital in Verbindung und Absprache. Nun trafen sich alle Beteiligten in Präsenz im Blauen Palais. Zuvor kam der Runde Tisch einmal jährlich im Landratsamt zusammen.

Häusliche Gewalt macht leider auch vor unserem Landkreis nicht halt. Um ein Bild davon zu bekommen, wie es um die Lage im Wittelsbacher Land bestellt ist, berichteten die Polizeiinspektionen Aichach und Friedberg, das Polizeipräsidium Schwaben-Nord, das Frauenhaus Augsburg, via – Wege aus der Gewalt, weißer Ring e.V., Wildwasser Augsburg e.V., der Richter des Familiengerichts Aichach und die Gleichstellungsbeauftragte über ihre Eindrücke während der Pandemie. Die Berichte und Einsätze ähnelten sich: Die Zahlen häuslicher Gewaltverbrechen zeigt sich ähnlich den Zahlen vor Corona. Jedoch hat sich die Qualität der Gewalt verändert – Täter seien brutaler als die Jahre zuvor. Auch die Zahl der Scamming- und Stalking-Opfer hat im Landkreis stark zugenommen.

Eine erfreuliche Nachricht überbrachte der weiße Ring, der nun eine Mitarbeiterin für unseren Landkreis Aichach-Friedberg bereitstellt. In den letzten drei Jahren wurde das Wittelsbacher Land unter dem Mantel des Vereins ausschließlich vom Landesbüro Bayern Süd betreut.

Vorgestellt wurde auch das Männerhilfetelefon, aufgebaut von via – Wege aus der Gewalt. Mit drei Vollzeitkräften ist das Telefon gut besetzt und unterstützt Anrufer vertraulich in ihren individuellen Anliegen. Laut Aussage des Referenten sind bis zu 20 Prozent aller Übergriffe gegen Männer im Kontext von Gewalt und/oder Missbrauch.

Gewalt gehört leider oft zu unmittelbaren Lebenserfahrungen und ist meist Auslöser für jahrelange Ängste, Depressionen, Schuldgefühle und den Verlust des Selbstwertgefühls bis hin zur Selbstverachtung und Einsamkeit. 1493 Fälle von häuslicher Gewalt vermeldet das Polizeipräsidium Schwaben Nord für das Jahr 2021 und hält sich damit auf ähnlichem Niveau der vergangenen Jahre.

Die Initiatorin des runden Tischs, Gleichstellungsbeauftragte Beate Oswald-Huber, ist sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen einig: „Die Dunkelziffer ist – gerade während des Lockdowns – sicherlich um einiges höher als die dargelegte Zahl. Wir können weiterhin Hilfestellungen anbieten, beraten und unterstützen, anonym per Telefon oder E-Mail. Aber auch in persona – einfach für die Menschen da sein, die unsere Hilfe benötigen. Umso wichtiger ist es auch weiterhin einen engen Austausch zu fördern. Um uns an die Bedürfnisse der Landkreisbürgerinnen und Landkreisbürger anzupassen.“

Sollten Sie Hilfe benötigen, finden Sie hier wichtige Anlaufstellen: https://lra-aic-fdb.de/service/beratungsangebote/gleichstellungsstelle/rat-und-hilfe/hilfe-bei-gewalterfahrung/