Altbayern in Schwaben 2012

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Landrat Christian Knauer

 

Zum Geleit 6

 

Prof. Dr. Wilhelm Liebhart

Rudolf Wagner (1937–2012) Ein Leben für die wissenschaftliche Heimatforschung 7

 

Rudolf Wagner †

Wirklich eine „neue Lagebestimmung der ‚Civitas‘ Burgeck“? 23

 

Martin Straßburger M. A.

Frühmittelalterliche Eisenproduktion und –verarbeitung im Grubet 34

 

Helmut Rischert

Das Schloss Hofhegnenberg und die Freiherren und Grafen von Hegnenberg genannt Dux 51

 

Toni Drexler

Vom Bäckerbub zum Universitätsprofessor – Vicelin Schlögl 91

 

Bettina Brühl M. A.

Salpetersieder im Wittelsbacher Land – „beim Saliter“ in Aindling und Baar 97

 

Christoph Lang M. A.

Die Türmer der Stadt Aichach und ihre Bedeutung für das Musikleben 115

 

Erich Hofgärtner

Das boarische G’wand der Sielenbacher Bäuerin Viktoria Kreutmeier 131 (siehe Leseprobe)

 

Joachim Pagel

Die Geschichte des Heimatverein und des Heimatmuseums Mering 160

 

Gerhard Mayer

Bienenfresser Merops apiaster im Landkreis Aichach-Friedberg 175

 

 

Leseprobe

Das boarische G`wand der Sielenbacher Bäuerin Viktoria Kreutmeier

Die überlieferte Frauentracht ist heute weitgehend aus den Dörfern des Aichacher Landes verschwunden. Dabei galt die Gegend noch vor 30 Jahren als eine der letzten „Trachteninseln“, wo die Bäuerinnen ihre Tracht in lebendiger Tradition und mit großem Beharrungswillen trugen. Das boarische G’wand – so wird die Aichacher Frauentracht im regionalen Sprachgebrauch bezeichnet – gehörte fest zum Lebens- und Jahreslauf und prägte kirchliche Hochfeste, aber auch Sonn- und Werktage. Heute – 32 Jahre später – ist Viktoria Kreutmeier (geb. 1921) vom Lippererhof die letzte, die man in Sielenbach noch im boarischen G’wand antreffen kann. Frau Kreutmeier besaß alle bunten Festtagsgewänder, die zum Bestand einer jeden Bäuerin gehörten: das Schea, das Anderschea, das Drittschea und das Viertschea. Dass diese Kleider so lange überdauerten, lag daran, dass sie ausschließlich für den Kirchenbesuch gebraucht wurden. Zuhause zog man sich sofort nach dem Kirchgang um, um die Gewänder zu schonen. Das boarische G’wand wurde deshalb auch nie gewaschen oder gereinigt, sondern nur gelüftet.

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