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Werkstätten für Menschen mit Behinderung mit ungewisser Perspektive

15.02.2024

Landrat sagt Ulrichswerkstätten Unterstützung zu

Tauschten sich zur Perspektive der Ulrichswerkstätten in Aichach aus (von links): Hubert Friedl (Landratsamt), Ulrike Schleef, Michael Ruzicka, Claudia Theissig, Benjamin Mutzbauer, Gerald Fahrbach (alle UWA), Behindertenbeauftragte des Landkreises Ramona Sulzberger und Landrat Dr. Klaus Metzger (Bild © Landratsamt Aichach-Friedberg, Wolfgang Müller).

Werkstätten für behinderte Menschen wie die Ulrichswerkstätten in Aichach stehen im Mittelpunkt einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Aus dem Abschlussbericht, veröffentlicht im September, ergeben sich Handlungsempfehlungen, die in einen Gesetzentwurf münden sollen. Weder mit der Art des Vorgehens, noch mit den drohenden Gesetzesänderungen zeigen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Werkstätten einverstanden. Landrat Dr. Klaus Metzger lud deshalb Werkstatträte und Frauenbeauftragte der Ulrichwerkstätten Aichach (UWA) zu einem Austausch ins Landratsamt ein.

Benjamin Mutzbauer ist Werkstattrat der UWA und Bezirkssprecher für Schwaben. Stellvertretend brachte er die Sichtweise der UWA-Vertreter auf den Punkt: „Nach dem Gesetzentwurf sollen die Werkstätten und Berufsbildungsbereiche in radikaler Weise umstrukturiert werden, mit katastrophalen Auswirkungen für uns.“
Nicht für jeden Werkstattbeschäftigten findet sich am 1. Arbeitsmarkt der richtige Arbeitsplatz. Die Werkstätten seien wichtiger Lebensinhalt für die dort Beschäftigten, bedeuten Teilhabe an der Arbeitswelt unter geschützten Rahmenbedingungen. Viele dort kämen vom 1. Arbeitsmarkt und seien nicht mehr in der Lage, unter den dort herrschenden Bedingungen zu arbeiten. In den Werkstätten können sie weiterhin ihren gesellschaftlichen Beitrag, ihre Arbeitsleistung unter Berücksichtigung ihrer Möglichkeiten, erbringen.

Der Landrat sagte den UWA-Vertretern seine Unterstützung zu, damit auch Menschen mit Behinderung, die in Werkstätten arbeiten möchten, weiterhin eine echte und realistische Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht wird. Er machte seine klare Haltung für den Erhalt von Arbeitsbereichen in den Werkstätten deutlich. Vereinbart wurde zudem, dass der Landrat die Ulrichswerkstätten auch bald wieder vor Ort besuchen werde, sobald dort die Baumaßnahmen beendet und die sanierten Arbeitsräume wieder bezogen sind.